Kategoriearchiv: International 2015

Rennen ausserhalb Deutschlands

Nordzeecross Middelkerke

Die Cross-Saison neigt sich unbarmherzig dem Ende entgegen. In dem belgischen Küstenort Middelkerke fand bei bedecktem und windigen Wetter das Abschlussrennen des Hansgrohe Superprestige statt. Bevor es am Abend im Kasino von Middelkerke die Schlussgala mit der Ehrung der Gesamtsieger stattfinden sollte, mussten die Rennfahrer und -fahrerinnen noch ein letztes Rennen in dieser Serie absolvieren.

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Zwei Niederländer im Sand – Mathieu van der Poel und Lars van der Haar

In den meisten Kategorien stand der Gesamtsieg bereits vor dem Schlussrennen fest, aber bei der Elite trennten die beiden Erstplatzierten nur zwei Punkte. Mit seinem Sieg in Hoogstraten hatte der Weltmeister Mathieu van der Poel die Führung in der Gesamtwertung vom Gewinner des UCI Cylocross-Weltcups, Kevin Pauwels übernommen. Und so versprach dieser Renntag zum Abschluss der Serie noch einmal einen spannenden Wettkampf.

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Florian Vermeersch – Dominator bei den Aspiranten

Gäbe es in der U17 eine Gesamtwertung, so wäre Florian Vermeersch der eindeutige und unstrittige Gewinner derselben. Wann immer der junge Mann aus Zaffelaar am Start war, stand er am Ende auf dem obersten Treppchen. Und so war es dann auch wieder an der Nordsee, Vermeersch setzte sich in sofort vom Rest ab und fuhr einen überragenden Start- Zielsieg heraus. Um die beiden nächsten Podiumsplätze gab es ein spannendes Duell zwischen Andreas Goeman und Arno Debier, der sich in der letzten Runde von seinem Konkurennten lösen konnte und damit seinen Ruf als ewiger Zweiter bei den Nieuwelingen festigte.

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Johan Jacobs im Glück

Es war nicht die Woche des Eli Iserbyt. Zunächst war der belgische Meister erkrankt und musste am Donnerstag und Freitag auf Schulbesuch und Training verzichten. Es war sogar fraglich ob er überhaupt in Middelkerke würde starten können. Der Gesamtsieg im Ridley Superprestige war ihm bereits sicher, und so konnte der junge Telenet-Fahrer entspannt an die Nordsee reisen. Auf dem Weg nach Middelkerke wurde Iserbyt mit seinem Camper von der Polizei kontrolliert, und wie bei vielen anderen angehaltenen Rennfahrern war auch beim belgischen Meister das zulässige Gesamtgewicht überschritten, was ihm ein Bussgeld von 300 Euro einbrachte. Doch nicht genug der Widrigkeiten, am Start musste Eli Iserbyt feststellen, dass sich sein Hinterrad gelockert hatte, und so verlor er bereits zu Anfang des Rennens entscheidende Plätze.

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Mit losem Hinterrad zum Gesamtsieg – Eli Iserbyt

In der Zwischenzeit hatte an der Spitze des Rennens Johan Jacobs den sehr stark gestarteten Jappe Jaspers eingeholt und übernahm am Ende der ersten Runde die Führung. Obwohl Eli Iserbyt eine mehr als beeindruckende Aufholjagd hinlegte, konnte Jacobs die Führung bis ins Ziel verteidigen und den Tagessieg auf sein Konto schreiben. Iserbyt hatte in der letzten Runde noch den bis dahin an zweiter Stelle liegenden Max Gulickx eingeholt und belegte damit den zweiten Podiumsplatz.

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Sanne Cant weiter in Siegeslaune

Gute Nachrichten für das Frauen-Cross: im nächsten Jahr hat auch der Superprestige eine Damen-Gesamtwertung. In diesem Jahr hätte die sympathische belgische Meisterin Sanne Cant diese Gesamtwertung mit Glanz und Gloria gewonnen, hatte sie doch mit Ausnahme von Spa-Francorchamps und Namur alle Rennen der Serie gewonnen.

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Eine Klasse für sich – Sanne Cant

Und so war es dann auch keine Überraschung, dass die Lillerin auch in diesem Rennen der Konkurrenz lediglich ihr Hinterrad zeigte. Helen Wyman, die ihr auf der zweiten Position  folgte, hatte alle Hände voll zu tun, den Angriff der fünfzehn Jahre jüngeren Femke van den Driessche abzuwehren, die der Britin in der letzten Runde gefährlich nahe kam. Am Ende konnte die britische Meisterin noch einen hauchdünnen Vorsprung von zwei Sekunden ins Ziel retten. Jolien Verschueren, die lange Zeit den Kampf um die Podiumsplätze mit bestritt, wurde durch einen Sturz zurückgeworfen und beendete das Rennen als Vierte vor ihrer Teamkameradin Ellen van Loy.

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Elle Anderson beendet ihre erste Superprestige Saison

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Laurens Sweeck mit Tagessieg

Das Rennen der U23 war im Prinzip eine Wiederholung des Rennens des vergangenen Wochenendes. Laurens Sweeck setzte sich erneut zu Beginn des Rennens von Weltmeister Michael Vanthourenhout und dem Rest des Feldes ab und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Während der belgische Meister einsam seine Rennen fuhr, konnte sich Vanthourenhout seinerseits von dem Telenet Fidea-Gespann Quinten Hermans und Toon Aerts absetzen und so ungefährdet den zweiten Rang einfahren, was ihm für den Gewinn der Gesamtwertung im Topsport Vlaanderen Superprestige reichte.

Während Quinten Hermans den dritten Platz der Tageswertung erreichte, konnte sein Teamkamerad Toon Aerts dieselbe Position in der Gesamtwertung verbuchen.

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Ein kopfschüttelnder Sieger

Den Höhepunkt des Renntages bildete ohne Zweifel das Rennen der Eliteklasse im Hansgrohe Superprestige. Weltmeister Mathieu van der Poel führte die Gesamtwertung mit zwei Punkten Vorsprung vor Kevin Pauwels  an. Und zunächst sah alles danach aus als ob der blutjunge Niederländer auch dieses Rennen würde für sich entscheiden können.

Die Stelle die ihm später zum Verhängnis wurde

Die Stelle die ihm später zum Verhängnis werden sollte

Wie schon öfter in dieser Saison wäre ihm beinahe seine Motivation zum Verhängnis geworden. In Führung liegend nahm er doch zu viel Risiko auf sich und kam an einer der Absätze vor einer Sandpassage zu Fall. Eine Chance, die sich weder Wout van Aert noch Kevin Pauwels entgehen lassen wollten. Pauwels versuchte dann auch sofort, die Führung von van Aert zu übernehmen und setzte sich nicht nur an die Spitze, sondern konnte sich auch sofort absetzen. Mathieu van der Poel wurde zunächst recht weit zurückgeworfen und befürchtete schon, mit dieser Aktion seinen Gesamtsieg verspielt zu haben.

Aber der junge Niederländer zeigte sich als starker Kämpfer und fightete sich mit einer enormen Bravourleistung wieder an Wout van Aert heran. Nun war ihm klar, diesen schlagen zu müssen, um doch noch den Gesamtsieg zu erreichen. Mit einem letzten Angriff schaffte der Weltmeister es dann auch, Wout van Aert zu passieren und weiter in Richtung Kevin Pauwels aufzuholen. Als sich Pauwels vor der Ziellinie umsah, konnte er sehen, wie Mathieu van der Poel auf die Zielgerade einbog. „Ich sah van der Poel und dachte: Das ist nicht gut“, meinte Kevin Pauwels dann auch anschliessend im Interview, hatte er doch den Gesamtsieg im Hansgrohe Superprestige um einen einzigen Punkt verpasst.

Weltmeisterschaft 2015 – Tábor

Mittlerweile zum dritten Mal wurde die Cyclocross-Weltmeisterschaft im tschechischen Tábor ausgerichtet. Nach 2001 und 2010 traf sich die Weltelite wieder einmal in der böhmischen Stadt mit ihrer grossen Cross-Tradition. Der Sportkomplex von Tábor am Rande der Stadt wird gesäumt von mehr oder minder unpersönlichen Plattenbauten, die den unerfahrenen Zuschauer zunächst irritieren. Aber durch Freundlichkeit und gute Organisation gelingt es den tschechischen Veranstaltern, auf diesem stadtnahen Gelände ein gelungenes  Cyclocrossfest zu veranstalten.

Die profilierten Hügel bieten meist einen schnellen, aber durchaus technischen schwierigen Parcours. Zunächst sah die Wettervorhersage nach frostigem, schneehaltigem Wetter aus, aber an den Renntagen selbst zeigte sich das Wetter von seiner schönen Seite, lediglich beim Damenrennen gab es einen kleinen Schneeschauer. Der Boden war teilweise vom Nachtfrost glatt, aber in den von der Sonne beschienenen Passagen angetaut und weich. Durch diese unterschiedlichen Bodenbedingungen sollte die Reifenwahl für den einen oder anderen Fahrer dann auch zu einem entscheidenden Faktor im Rennen werden.

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Mountainbiker düpiert Belgier

Tabor-11

Auch Riesenhürden sind für den XCO Weltmeister kein Problem

Vor dem Rennen war Eli Iserbyt, der amtierender Europa- und belgische Meister, als haushoher Favorit gehandelt worden. Hatte der junge Fahrer aus Harelbeke doch ausser Namur jedes Rennen, bei dem er am Start war, auch überlegen gewonnen. Aber wie bereits eingangs erwähnt sollte die Materialwahl dem einen oder anderen Fahrer an diesem Wochenende zum Verhängnis werden. Eli Iserbyt hatte sich entschieden, das Rennen auf Allround-Reifen mit Grifo-Profil zu bestreiten, kam aber mit diesen auf dem rutschigen Parcours nur schlecht zurecht. Es dauerte beinahe das halbe Rennen, bis seine Betreuer ein Rad mit den von ihm gewünschten Rhinos, einem Reifen für schlammige oder matschige Untergründe, ausgerüstet hatten.

Mittlerweile baute Simon Andreassen, Mountainbike-Weltmeister aus Dänemark, seine Führung kontinuierlich aus. Er fuhr bis auf die letzte der fünf Runde in jeder Runde die beste Rundenzeit und konnte so am Ende einen Vorsprung von 40 Sekunden auf seine Verfolger herausfahren. Hinter Andreassen, der damit ungefährdet den Weltmeistertitel errang, entspann sich ein packender Dreikampf um die beiden restlichen Medaillenränge. Neben Iserbyt kämpften hier der Niederländer Max Gulickx sowie der US-Amerikaner Gage Hecht um einen Platz auf dem Podium. Die drei schenkten sich nichts, und so dauerte es bis zur Zielankunft, bis es zu einer Entscheidung kam. Zum Schluss konnte ein sichtlich enttäuschter Eli Iserbyt die Silbermedaille vor dem Niederländer Max Gulickx erkämpfen. Für Hecht blieb am Ende der undankbare vierte Rang.

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Allons enfants de la Patrie statt Het Wilhelmus

Man muss lange zurückdenken, um sich zu erinnern, wann einmal nicht Het Wilhelmus zu Ehren der Weltmeisterin im Cross erklang. Die lebende Legende des Radsports und erfolgreichste Rennfahrerin aller Zeiten Marianne Vos war seit 2008 ununterbrochen Titelträgerin. Doch ihr gewachsenes Engagement als Botschafterin für den Frauenradsport erleichtert ihr nicht unbedingt die Vorbereitung auf Weltmeisterschaften. Die sympathische Brabanterin hatte sich zudem in der vergangenen Woche im niederländischen Rucphen eine Zerrung im hinteren Oberschenkel zugezogen. Und so war es nicht verwunderlich, dass sie nach Hoogerheide auch in Tabor nicht in ihrer allerbesten Verfassung unterwegs war.

Close battle for Victory

Am Ende knapp unterlegen, Sanne Cant muss sich Pauline Ferrand-Prevot geschlagen geben

So waren es plötzlich die französischen Fahrerinnen, die mit Lucie Chainel-Lefevre und Pauline Ferrand-Prevot das Handeln im Rennen bestimmten. Sanne Cant, die bereits vor dieser Weltmeisterschaft ob ihrer Erfolge in den belgischen Cross-Serien und im Weltcup zu den Favoritinnen gezählt wurde, rundete zusammen mit Marianne Vos, der Britin Nikki Harris und der ebenfalls hochfavorisierten Lokalmatadorin Katerina Nash die Spitzengruppe ab. Während Chainel-Lefevre dem hohen Anfangstempo Tribut zollen musste und zurückfiel, lieferten sich die verbliebenen fünf Fahrerinnen das vermutlich spannenste Rennen dieser Weltmeisterschaft. Erst in der fünften und letzten Runde gelang es Ferrand-Prevot und Cant, einen Vorsprung auf die restlichen Konkurrentinnen herauszufahren. Die beiden kamen gemeinsam auf die letzten Meter und lieferten sich nun einen echten Sprint. Lange sah es danach aus, als ob Sanne Cant den grössten Triumph ihrer Karriere einfahren könnte, aber knapp fünfzig Meter vor dem Ziel verliessen sie ihre Kräfte, und sie musste die Französin ziehen lassen. Wenige Sekunden später folgte Marianne Vos, die nach der Zielankunft ihre Teamkollegin und Freundin Ferrand-Prevot minutenlang umarmte und sich mit der blutjungen Französin freute.

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Belgische Ehre gerettet

Nachdem der erste Tag aus belgischer Sicht recht enttäuschend verlaufen war, sollte der zweite Renntag in dem Rennen der U23 endlich der belgischen Equipe den ersehnten Weltmeistertitel bescheren. Nachdem Wout van Aert und Mathieu van der Poel beide beschlossen hatten, ab sofort in der Elite-Kategorie zu starten, waren mit Laurens Sweeck und Michael Vanthourenhout zwei Belgier die Topfavoriten für dieses Rennen. Mit Stan Godrie (Niederlande) und Clement Venturini (Italien) waren jedoch auch zwei Konkurrenten am Start, die man auf keinen Fall unterschätzen durfte.

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Michael Vanthourenhout in den Fusstapfen seines Onkels

Zusammen mit dem Niederländer Joris Nieuwenhuis bildete sich schnell eine Spitzengruppe, die das Renngeschehen bestimmte. Eingangs der dritten Runde attackierte Michael Vanthourenhout und versuchte eine Entscheidung herbeizuführen. Er konnte eine kleine Lücke zu den Verfolgern aufreissen, schaffte es aber auch nicht, sich wirklich entscheidend abzusetzen. So musste der Europameister der vergangenen Saison alle Kräfte mobilisiern, um den Vorsprung bis ins Ziel zu verteidigen. Laurens Sweeck, der alles gab, um seinen Landsmann noch einzuholen, überquerte die Ziellinie mit knappem Vorsprung vor Stan Godrie und sorgte so für einen belgischen Doppelsieg.

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Generationswechsel bei der Elite

Nun war es dann also passiert, zwei U23-Fahrer hatten sich kurz vor dieser Weltmeisterschaft entgültig entschieden die U23-Klasse zugunsten der Elite zu verlassen, und die UCI hatte ihrem Antrag ensprochen. Und so kam es dann zu dem mit Spannung erwarteten Auftreten der beiden Shooting Stars dieser Saison, Mathieu van der Poel und Wout van Aert, im Eliterennen der Weltmeisterschaft. Würden die Nerven der beiden Jungen dem Druck bei so einem Event standhalten ? Es gab nicht wenige Auguren, die vorher bezweifelten, dass auch nur einer von beiden die mentale Stärke hätte, bei so einem Rennen ganz vorne zu landen.

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Matheiu van der Poel setzt von Anfang an auf Angriff

Doch zumindest Mathieu van der Poel liess sich von dem ganzen Trubel nicht beeindrucken, übernahm von Beginn des Rennens an die Initiative und setzte so seine Konkurrenten unter Druck. Wout van Aert folgte ihm zunächst, wurde dann aber in der ersten Runde nach Kettenproblemen auf den vierten Rang zurückgeworfen. Währenddessen machte sich eine Gruppe um Tom Meeusen und Kevin Pauwels an die Verfolgung des Niederländers. In der vierten Runde schloss noch Lars van der Haar zu den Verfolgern auf und attackierte in der folgenden Runde, um sich dann alleine an die Verfolgung seines Landsmanns zu machen. Wout van Aert, der nach seinen Kettenproblemen mit grossem Risiko versuchte, zu der Verfolgergruppe aufzuschliessen, kam dabei auch noch zu Fall und fiel zwischenzeitlich bis auf den sechsten Platz zurück. Doch der junge Belgier bewies sein aussergewöhnliches Talent und seinen Kampfeswillen. Er steckte nicht auf, sondern versuchte erneut, die vor ihm Fahrenden zu erreichen. Nachdem er bereits viermal die schnellste Rundenzeit gefahren war, konnte er eingangs der letzten Runde dann unter grossem Jubel seiner Landsleute zu Lars van der Haar aufschliessen.

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Tom Meeusen war lange Zeit auf Medaillenkurs

Mathieu van der Poel ging mit einem beruhigenden Vorsprung in die letzte Runde und konnte das Rennen kontrolliert zu Ende fahren. Freudentränen strömten über das Gesicht des niederländischen Meisters, als er triumphierend die letzten Meter ins Ziel rollte. Im Sprint um Platz zwei konnte sich Wout van Aert gegen Lars van der Haar durchsetzten und errang die Silbermedaille. Trotz des zweiten Platzes war van Aert enttäuscht, denn ob seiner Rundenzeiten hatte er das Gefühl, als bester Fahrer des Tages nicht Silber gewonnen, sondern Gold verloren zu haben. Aber alles hätte, wären und wenn hilft natürlich nichts – es bleibt festzuhalten, dass Mathieu van der Poel ein herausragendes und fehlerfreies Rennen gezeigt hatte und vollkommen zu Recht der jüngste Weltmeister aller Zeiten ist. Und damit ist das Durschnittsalter des Elite-Podiums niedriger als das Podium der U23.

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Fuhr ein ausgezeichnetes Rennen – Marcel Meisen

 

UCI Weltcup – Hoogerheide

Seit etlichen Jahren ist das Gelände an dem Wall von Brabant ein fester Bestandteil des UCI-Weltcup-Kalenders. Im letzten Jahr fanden hier die Weltmeisterschaften statt und in diesem Jahr ist es das letzte grosse Rennen vor den Weltmeisterschaften im tschechischen Tabor. Und so diente dieser grossartige Parcours einem letzten Kräftemessen all derer, die sich berechtigte Hoffnungen auf eine erfolgreiche Weltmeisterschaft machen.

Nachdem es am Samstag angefangen hatte zu schneien, sah es zunächst sogar danach aus, als ob auch die Bodenbedingungen denen in der tschechischen Republik am kommenden Wochenende ähneln könnten. Aber in der Nacht waren die Temperaturen wieder angestiegen, und so fanden sich die Teilnehmer auf einem aufgeweichten Terrain wieder.

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Eli Iserbyt triumphiert auch in Brabant

Bei den Junioren befestigte Eli Iserbyt erneut, dass er der Topfavorit für den Weltmeistertitel bei den Junioren ist. Von Anfang an setzte sich der belgische Meister an die Spitze des Rennens und verteidigte diese problemlos bis ins Ziel. Der Niederländer Roel van der Stegen wurde vor dem US-Amerikaner Gage Hecht Zweiter. Bereits vor diesem Rennen stand Iserbyt schon als Gesamtsieger des Weltcups fest.

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Mit Sieg den Frust der vergangenen Tage abgebaut

Bei der U23 musste Lauren Sweeck bis Donnerstagabend um seine Teilnahme bangen. Der belgische Meister, der nach dem Wechsel von Mathieu van der Poel und Wout van Aert zur Elitekategorie zum Hauptfavorit für den Weltmeistertitel aufgerückt ist, wurde zunächst nicht von seinem Verband nominiert, da sein Name im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen einen belgischen Sportmediziner genannt worden war. Dr. Mertens soll zahlreiche Sportler mit einer Ozon-Therapie behandelt haben, die seit einigen Jahren zu den verbotenen Verfahren von Eigenblutbehandlung gehört. Sweeck, der bis zum Anfang der vergangenen Woche nicht einmal wusste, dass er in Zusammenhang mit dieser Untersuchung gebracht wurde, konnte erst nach einem Urteil des belgischen Sportgerichtshofes BAS an dem Weltcup teilnehmen.

Hoogerheide-14

Im Rennen zeigte Laurens Sweeck dann, dass er zu Recht zu den Favoriten für Tabor gezählt wird. Zusammen mit dem Gesamtführenden Michael Vanthourenhout setzte er sich sofort vom Feld ab, und beide fuhren schnell einen Vorsprung auf ihre Verfolger heraus. Als Vanthourenhout an einem der kurzen Anstiege vom Rad musste nutzte der belgische Meister seine Chance und lancierte den entscheidenden Angriff. Sofort hatte er einen kleinen Vorsprung auf Vanthourenhout gewonnen, den er bis ins Ziel kontinuierlich ausbauen konnte. Und so passierte Laurens Sweeck nach den turbulenten Ereignissen der vergangenen Tage überglücklich die Ziellinie als Sieger. Michael Vanthourenhout erreichte den zweiten Platz, der ihm auch zum Gesamtsieg im Weltcup reichte. Mit Fabien Doubey errang ein junger Franzose den letzten verbliebenen Podiumsplatz.

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Erster Weltcup-Gesamtsieg für belgische Frauen perfekt

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Sanne Cant war mit einem beruhigenden Vorsprung von dreissig Punkten auf die zweitplatzierte Ellen van Loy ins Rennen gestartet und konnte daher das Rennen recht entspannt angehen. Aber sie wollte zeigen, dass sie eine würdige Siegerin ist, und übernahm zum Anfang des Rennens bereits die Initiative. Doch es stellte sich recht bald heraus, dass es an diesem Tag eine andere Siegerin geben sollte. Eva Lechner, die italienische Meisterin war es, die dem Rennen ihren Stempel aufdrückte. Schnell hatte sie die kleine Bozenerin einen Vorsprung auf ihre Konkurrentinen herausgefahren und konnte danach ihr Rennen nach Belieben gestalten. In der Verfolgung bildete sich eine kleine Gruppe aus Sanne Cent, der französichen Meisterin Pauline Ferrand-Prevot und der tschechischen Meisterin Katerina Nash.

Wieder einmal sollten Absperrgitter den Verlauf des Rennens beeinflussen. Sanne Cent war es, die sich auf einer der langen Geraden mit dem Vorderrad in den Beinen der Absperrgitter verfing und einen Salto vollführte. Glücklicherweise blieb die junge Belgierin unverletzt, hatte aber den Anschluss an Ferrand-Prevot und Nash verloren. Gegen Ende des Rennens setzte sich Katarina Nash dann von der Französin ab und errang den zweiten Platz. Sanne Cent kam als vierte ins Ziel, ein Platz, der ihr für den Gewinn des Gesamtsieges ausreichte. Zum ersten Mal hatte es eine belgische Fahrerin geschafft den Gesamtsieg im UCI-Weltcup zu erringen. Bei der anschliessenden Siegerehrung konnte Sanne Cant dann auch einige Freudentränen nicht mehr unterdrücken.

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Endgültig in der Elite angekommen

Hoogerheide-28

In der vergangenen Woche hatten die beiden Jungstars Wout van Art und Mathieu van der Poel ihre endgültige Entscheidung für einen frühzeitigen Wechsel aus der U23-Kategorie in die Elite getroffen und einen entsprechenden Antrag bei der UCI gestellt. Somit sind sie von nun an gezwungen, ausschliesslich bei der Elite zu starten. So kam es an gleicher Stelle zu einer Revanche des Weltmeisterschaftsrennens, welches bekannterweise Wout van Art vor einem Jahr für sich entscheiden konnte. Diesmal sollte jedoch der junge Niederländer das bessere Ende für sich haben. Sofort zu Beginn des Rennens übernahm van der Poel die Führung und setzte so seine Gegner unter Druck. Doch keiner konnte ihm wirklich folgen, und so baute der frischgebackene niederländische Meister seine Führung Runde für Runde weiter aus.

Während van der Poel bereits nach einer Runde fünfzehn Sekunden Vorsprung heraus gefahren hatte, hatte sich dahinter eine Verfolgergruppe aus Wout van Aert, Kevin Pauwels, Lars van der Haar, Sven Nys und Tim Merlier gebildet. Vor der Gruppe folgte noch Gianni Vermeersch, der sich mit einer starken Vorstellung für den letzten verbliebenen Platz im belgischen Aufgebot für Tabor empfahl. In der drittletzten Runde wurde Vermeersch von der Verfolgergruppe gestellt. Nun war es an Wout van Aert, der in der letzten Runde noch einmal einen Angriff startete und sich von dem Rest der Gruppe absetzen konnte. So kam es dann, dass die ersten beiden Podiumsplätze denen der vergangenen Weltmeisterschaft bei der U23 entsprachen, bis auf die Tatsache, dass die Reihenfolge vertauscht und damit van der Poels Revanche geglückt war.  Kevin Pauwels, der bereits vor diesem Rennen als Gesamtsieger feststand, lies seinem Teamkameraden Gianni Vermeersch den Vortritt, und so konnte sich dieser über den letzten verbliebenen Podiumsplatz freuen.

Mit ihrer Vorstellung bei diesem Rennen bewiesen Mathieu van der Poel und Wout van Aert, dass sie für die Weltmeisterschaft am kommenden Wochenende mit Recht zu den grossen Favoriten zählen. Aber Weltmeisterschaften haben ihre ganz eigenen Gesetze, und so mag es durchaus sein, das wir am Sonntag einen ganz anderen Fahrer in dem begehrten Regenbogentrikot bewundern dürfen.

Belgische Meisterschaft 2015 – Erpe-Mere

Erpe-Mere wird eine dieser Meisterschaften sein, die noch lange in den Erzählungen und Erinnerungen der Menschen nachhallen wird.

So hatten die Regenfälle der vorangegangenen Tage die Strecke in ein wahres Moorbad verwandelt und den Veranstaltern massives Kopfzerbrechen bereitet. Aber nicht nur die Wetterunbilden und der Streckenzustsand sollten diese Meisterschaften unvergesslich machen. Vor allem das Eliterennen, das an Spannung kaum zu überbieten war, wird in die Analen des Crosssports eingehen.

Nicht nur die Fahrer hatten mit den Widrigkeiten zu kämpfen, auch für die Zuschauer waren die Strecke und die Schlammmassen daneben eine echte Herausforderung. Gab es bei den Rennen das eine oder andere technische Versagen, so ist auch cycloimpressions nicht unbehelligt geblieben. Am Abend des ersten Tages fiel das Notebook aus, und während des U23-Rennens am Sonntag auch noch der Autofokus an einer Kamera. Von daher ist die Bildausbeute dieses Renntages etwas weniger umfangreich als gewöhnlich, und auch der Bericht über das Rennen selber muss noch ein wenig auf sich warten lassen.

Hier sollen aber schon einmal einige Bilder von den Renntagen zeugen.

Fango

Fango

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Azencross Loenhout

Das Jahr endet, und immer noch jagt ein Rennen das nächste. Zum Abschluss dieses Jahres zog es die Karawane nach Loenhout am nördlichen Rand der Provinz Antwerpen. Im Schatten der St. Petrus und Pauluskirche findet hier seit dreissig Jahren der Azencross statt.

Nach den frostigen Temperaturen der vergangenen Tage, war das Thermometer wieder über den Gefrierpunkt gestiegen und der gefallene Schnee der vergangenen Tage begann zu tauen. Damit waren alle Zutaten für einen zünftigen Moddercross zum Jahresende beisammen.

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Die Temperaturen stiegen wieder, und es ward ein Schlammbad angerichtet

Wout van Aert besticht im Modder

Im letzten Rennen des Jahres kam es noch einmal zum Duell der beiden jungen Wilden: U23-Weltmeister Wout van Aert traf erneut in einem Eliterennen auf Mathieu van der Poel. Und der Rest des Feldes hatte wieder einmal das Nachsehen. Die beiden Youngster fuhren der etablierten Cross-Elite wieder einmal mit einer derartigen Selbstverständlichkeit davon, das man nur staunen konnte. Nach einem Patzer von Wout van Aert übernahm zunächst van der Poel die Führung und diktierte das Renngeschehen. Aber der Belgier liess sich nicht beeindrucken und liess sich von van der Poel nicht abschütteln. Als der Niederländer dann an eben derselben Stelle wie zuvor van Aert strauchelte, zog der U23 Weltmeister davon und gewann mit deutlichem Vorsprung vor Mathieu van der Poel.

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Nicht viel war bei Wout van Aert sauber geblieben

In der Verfolgung der beiden Jünglinge hatte sich eine grössere Verfolgergruppe gebildet, in der sich unter anderem Tom Meeusen und der belgische Meister Sven Nys befanden. Nys, der bei diesem Rennen die Sponsorenaufschriften seines Trikots gegen den Schriftzug der Krebsstiftung getauscht hatte, zeigte sich nach seiner kleinen Formkrise wieder in guter Verfassung. Während die Gruppe zu Rennende immer weiter anwuchs, vermochte sich Tom Meeusen aus ihr lösen und den verbliebenen Podiumsplatz erringen.

Katerina Nash beweist Stärke

Auf dem kräftezehrenden Kurs hatte die tschechische Meisterin Katerina Nash von Anfang an die Nase vorn und zeigte das sie mit schwierigen Gegebenheiten gut umgehen kann. Weltmeisterin Marianne Vos konnte in der letzten Runde zwar den Abstand zur Tschechin verkleinern, vermochte sie aber nicht mehr einzuholen. Ellen van Loy zeigte auch im Modder ihre gute Form und fuhr erneut auf Podium.

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Katarina Nash feiert mit den Zuschauern

Zwillinge – Gebrüder Sweeck mit Doppelsieg

In der Kategorie U23 zeigte Laurens Sweeck wieder einmal, dass auch er zu den grossen Nachwuchsfahrern im belgischen Cross zählt. Er drückte dem Rennen von Anfang an seinen Stempel auf und liess keinen Zweifel an seinen Ambitionen auf den Tagessieg aufkommen. Unterstützt wurde Sweeck von seinem Bruder Diether, der taktisch klug die Verfolger ausbremste und mit dem zweiten Platz hinter Laurens belohnt wurde.

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Laurens Sweeck bestimmt das Rennen

Toon Aerts, der sich während des gesamten Rennens ein spannendes Duell mit Michael Vanthourenhout lieferte, konnte sich am Ende im Sprint durchsetzen und errang de letzten Podiumsplatz.

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Close encounter of the cross kind

Jacobs stürzt und macht Weg frei für van Stegen.

Wie schon in Essen, so konnte sich der Niederländer von MTB Baarlo auch im benachbarten Loenhout den Sieg sichern. Lange hatte Roel van der Stegen zusammen mit dem Schweizer Meister Johan Jacobs das Rennen angeführt. Doch Jacobs ging zu viel Risiko ein und kam zu Sturz. Damit war der Weg frei für van Stegen. Der zweite Platz ging an den Amerikaner Gage Hecht vor Lander Loockx.  Jacobs fiel in eine Gruppe die um den vierten Platz kämpfte zurück. Hier musste er aber im Sprint um den vierten Platz seinem Sturz Tibut zollen und beendete als Siebter das Rennen.

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Tauwetter hatte den Kurs tief werden lassen

 Im Rennen der U17 gab es wenig Überraschungen, Seriensieger Florian Vermeersch liess auch hier nichts anbrennen und setzte sich deutlich gegen den Luxemburger Tristan Parotta und Arno Debier durch.  Die Freuden der Kussehrung für den Gesamtführenden durfte aber immer noch Arno Debier geniessen, da Vermeersch nicht an allen Rennen der Serie teilgenommen hat.

Loenhout-02

Arno Debier geniesst die Podiumszeremonie sichtlich