Kategoriearchiv: International 2015

Rennen ausserhalb Deutschlands

Stannacross – Diegem

Unter den Rennen der Weihnachtszeit sticht der Stannacross in Diegem noch einmal heraus. Das Rennen, das in diesem Jahr zum vierzigsten Mal ausgetragen wird, findet seit einigen Jahren in den Abendstunden statt. Sprichwörtlich tausend Lichter tauchen den Kurs in eine besonderes Licht und schaffen eine Atmosphäre wie bei kaum einem anderen Rennen.

Diegem-07Zum Jahresende jagt ein Crossrennen das nächste, und die Fahrer finden kaum noch Zeit sich von den einzelnen Wettkämpfen zu erholen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass immer wieder einige der Spitzenfahrer aus gesundheitlichen Gründen auf einen Start verzichten müssen. So fehlten in Diegem die belgische Meisterin Sanne Cant, die bereits in Zolder über aufkeimende Erkrankung klagte. Auch Klaas Vantornout und Wout van Aert hatten bereits im Vorfeld ihre Absage verkündet. Ein anderer, nämlich Altmeister Sven Nys dagegen wählte dieses Rennen um nach seiner kurzen Zwangspause wieder ins Renngeschehen einzugreifen, warnte aber vor zu hohen Erwartungen.

Bei den Junioren setzte sich erneut Eli Iserbyt durch, der am zweiten Weihnachtstag noch aus gesundheitlichen Gründen auf einen Start in Zolder verzichtet hatte. Japper Jaspers wurde zweiter vor seinem Schweizer Teamkollegen Johan Jacobs.

Diegem-03Bei den Damen sollte es erneut einen Dreikampf zwischen Weltmeisterin Marianne Vos, ihrer Teamkollegin und mehrfacher französischer Meisterin Pauline Ferrand-Prevot sowie der tschechischen Meisterin Katerina Nash kommen. Nachdem Nash in der letzten Runde auf dem gefrorenen Grund zu Boden ging, kam es zu einem Zweikampf zwischen Pauline Ferrand-Prevot und Marianne Vos, den die Niederländerin klar für sich entschied. Katerina Nash vervollständigte trotz ihres Malheurs das Podium als Drittplatzierte.

Diegem-05Lange musste Michael Vanthourenhout trotz guter Leistungen auf einen Sieg warten, und so war der Jubel um so grösser, als es ihm gelang, auf dem schwierigen Terrain in Diegem erfolgreich zu sein. Stan Godrie sowie der französche Meister Clement Venturini komplettierten das Podium.

Diegem-06Mittlerweile war es in Diegem dunkel geworden, als die Elite an den Start ging. Unter dem frenetischen Jubel der zwanzigtausend Zuschauern entwickelte sich auf dem frostigen Untergrund ein extrem schnelles Rennen. Unmittelbar nach dem Start bildete sich eine sechsköpfige Spitzengruppe, in der mit Lars van der Haar, Mathieu van der Poel, Tom Meeusen und Philipp Walsleben die meisten der Favoriten anwesend waren. Lediglich Kevin Pauwels erwischte einen extrem schlechten Start und musste sich im Laufe des Rennens erst einmal durch das gesamte Feld kämpfen, bevor er in die Entscheidung um das Podium eingreifen konnte.

Zunächst übernahm Lars van der Haar die Initiative, als dieser jedoch auf dem eisigen Boden zu Fall kam, war die Zeit von Mathieu van der Poel gekommen. Der junge Niederländer erhöhte das Tempo und begann die Spitzengruppe auseinander zu reissen. Lars van der Haar, der noch ein weiteres Mal an der gleichen Stelle zu Fall kam, musste alle Hoffnungen auf einen Podiumsplatz fahren lassen. Besser lief es bei Tom Meeusen, der nach seinem schlechten Abschneiden in Zolder wieder eine gute Leistung zeigte und hinter Mathieu van der Poel auf den zweiten Platz kam. Die mit Abstand stärkste Leistung zeigte jedoch der bereits abgeschriebene Kevin Pauwels, der nach seiner atemberaubenden Aufholjagd am Ende noch als Dritter über die Ziellinie fuhr.

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UCI Weltcup Heusden-Zolder

Cyclocross Rennen auf einer Automobilrennstrecke haben im limburgischen Heusden-Zolder eine lange Tradition, und so macht der UCI Weltcup bereits 2008 auf dem ehemaligen Weltmeisterschaftkurs von 2002 Station. Und auch 2016 wird an dieser Stelle wieder einmal eine Weltmeisterschaft ausgerichtet. Im Vorgriff auf dieses Ereignis wurden einige neue Passagen in den Kurs eingebaut, die die Strecke gegenüber den vergangenen Jahren noch einmal schwieriger machen sollten.

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Wer kann Iserbyt aufhalten

Bei den Junioren war die Strecke einmal mehr dem amtierenden Europameister Eli Iserbyt wie auf den Leib geschneidert. Musste sich Iserbyt am vorangegangenen Wochenende auf dem Hügel der Zitadelle von Namur noch dem Schweizer Meister Johan Jacob geschlagen geben, so konnte er hier wieder triumphieren. Hinter ihm entwickelte sich ein niederländisches Duell zwischen Jens Dekker und Max Gulickx, das Dekker am Ende für sich entscheiden konnte.

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Wenn zwei sich streiten …

In der U23 Kategorie erwarteten alle einen erneuten Zweikampf zwischen den beiden Superstars dieser Kategorie. Hatten sich doch bereits am vergangenen Wochenende der amtierende Weltmeister Wout van Aert und der niederländische Meister Mathieu van der Poel ein packendes Duell geliefert. Aber wie so oft im Leben: wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.

Heusen-Zolder-08Während van Aert und van der Poel sich belauerten, dachte sich der frühere belgische Meister Laurens Sweeck, es wäre an der Zeit, seinerseits einen Angriff zu versuchen und attackierte eingangs der vierten Runde auf der Zielgraden. Niemand aus der grossen Spitzengruppe fühlte sich berufen zu kontern, und so fand sich Sweeck auf einmal mit einem Vorsprung vor dem Rest der Gruppe wieder. Da sich immer noch niemand an die Verfolgung machen wollte, konnte der Leuvener seine Führung kontinuierlich bis ins Ziel ausbauen. Wout van Aert beendete das Rennen als Zweiter vor Mathieu van der Poel und konnte damit seine Führung im Gesamtweltcup noch ausbauen.

Selbst Defekt kann Vos nicht stoppen

Das Damenrennen versprach eine Neuauflage des Weltcups in Namur zu werden, setzte sich doch Weltmeisterin Marianne Vos bereits vom Start weg an die Spitze und begann einsam ihre Runden vor den Verfolgern zu ziehen. Konnte Katarina Nash in Namur zur Hälfte des Rennens zur Weltmeisterin aufschliessen, so bedurfte es diesmal höherer Mächte, um Marianne Vos‘ Sieg zu gefährden. Katerina Nash hatte zwar zu der an zweiter Position fahrenden Französin Pauline Ferrand-Prevot aufgeschlossen, der Rückstand zu Marianne Vos vergrösserte sich jedoch von Runde zu Runde, bis ein platter Reifen Mariannes Fahrt bremste. Plötzlich fand sich die Weltmeisterin anderthalb Runden vor Schluss hinter ihren Konkurrentinnen wieder. Aber diesmal lies sich die Niederländerin nicht beeindrucken und setzte sich in der letzten Runde erneut von Ferrant-Prevot und Nash ab und gewann in beeindruckender Manier ihr erstes Weltcuprennen der Saison.

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Lars van der Haar im Alleingang zum Sieg

Bei der Elite ging Kevin Pauwels mit einem beruhigenden Vorsprung von siebzig Punkten auf seinen Konkurrenten ins Rennen. Von daher war es wenig verwunderlich, dass der Kalmthouter kein Risiko einging, sondern auf die Verteidigung der Gesamtführung aus war. Während der ersten beiden Runden sahen die Zuschauer wechselnde Angriffe aus einer knapp zehnköpfigen Spitzengruppe, in der alle Favoriten vertreten waren. Aber niemand war zu diesem frühen Zeitpunkt des Rennens wirklich gewillt, einen Alleingang zu wagen, und so versandete eine Attacke nach der anderen, ohne ein wirkliches Ergebnis zu zeigen.

Lars van der Haar on the way to successEingangs der dritten Runde wurde es dann dem niederländischen Meister Lars van der Haar zu bunt. Erinnerte er sich doch, dass er in Valkenburg problemlos eine ganze Stunde in Führung gefahren war. Da er sich relativ sicher sein konnte, dass Kevin Pauwels keine grossen Anstrengungen unternehmen würde, ihn an einem Sieg zu hindern, zog der niederländische Meister seine Attacke konsequent durch und baute so seinen kleinen Vorsprung kontinuierlich aus. In der Verfolgergruppe schien aber auch niemand gewillt zu sein, den kleinen Niederländer wieder einzufangen. Es hatte den Anschein, als ob alle Fahrer mit einem zweiten Platz hinter van der Haar glücklich wären.

So dümpelte die Verfolgung von van der Haar eine ganze Zeit vor sich hin, bis es irgendwann Kevin Pauwels dann doch zu dumm wurde und er sich von der Gruppe verabschiedete. Schnell hatte Pauwels auch einen nennenswerte Abstand zwischen sich und die Gruppe gebracht. Aber auch nun gab es keinerlei Anzeichen von Aktivität unter den Verfolgern und es war schnell klar, dass es hier dann nur noch um Platz drei ging. Während Lars van der Haar und Kevin Pauwels beide relativ unbehelligt auf ihren Positionen in ihrem eigenen Tempo das Rennen zu Ende fuhren, kam es aus der Verfolgergrupe am Ende zu einem Sprint um den verbleibenden Podiumsplatz, den Corné van Kessel vor Julien Taramarcaz für sich entscheiden konnte. Erfreulich aus deutscher Sicht neben dem fünten Rang für Philipp Walsleben die gute Performance von Sascha Weber, der trotz eines frühen Sturzes eingangs der Zielgeraden noch auf einen neunten Platz fahren konnte.

UCI Weltcup – Citadelle de Namur

Am letzten Wochenende vor Weihnachten ist es wieder so weit, der UCI Weltcup macht Station in der Wallonie. Auf dem Hügel der Citadelle de Namur findet eines der schwersten Rennen der gesamten Cross-Saison statt. Nicht nur, dass der Boden von den um diese Jahreszeit regelmässigen Regenfällen stets relativ tief ist, sondern vor allem die Wehrhaftigkeit der Zitadelle durch ihre Lage auf einem recht unwirtlichen Hügel macht dieses Rennen zu einer Herausforderung auch für die absoluten Spitzenfahrer.

Auch wenn mit Sven Nys und Klaas Vanthourenhout zwei der ganz grossen Namen auf einen Start verzichten mussten, so ist dieser Weltcup eigentlich immer der erste grosse Test vor den Weltmeisterschaften. Hier treffen oftmals zum ersten Mal in der Saison alle grossen Favoriten aufeinander. So wählte dieses Jahr dann auch Weltmeisterin Marianne Vos die Zitadelle von Namur zu ihrem Einstieg in die Cross-Saison.

Namur-04Bei den Junioren gab es eine kleine Überraschung, als der junge Schweizer Johan Jacobs vor Eli Iserbyt gewann. Zum ersten Mal in dieser Saison beendete der Europameister ein Rennen bei dem er startete nicht als Sieger. Komplettiert wurde das Podium durch den Dänen Simon Andreassen.

Namur-10Im Rennen der U23 kam es wieder einmal zum Duell der beiden Überflieger Mathieu van der Poel und Wout van Aert. Der Sohn von Ex-Weltmeister Adrie van der Poel hatte auf einen Start in Essen bei dem Rennen der bpost bank trofee verzichtet, um sich voll und ganz auf den Weltcup zu konzentrieren. Sein Konkurrent dagegen war gestern bereits erfolgreich und konnte das Rennen in Essen bei der Elite siegreich beenden. So sollte van der Poel theoretisch ausgeruhter sein und von daher auf dem schweren Parcours den Vorteil auf seiner Seite haben.

Es überraschte also nicht, als Mathieu van der Poel zu Beginn das Heft des Handelns an sich riss und schnell die Führung übernahm. Aber er konnte sich nicht entscheidend vom Weltmeister absetzen, der wieder einmal ein taktisch kluges Rennen fuhr. Van der Poel versuchte es nun mit aller Gewalt, was auf dem technisch anspruchsvollen Kurs prompt bestraft wurde. Als er in einer kleinen Abfahrt zu Fall kam, war der Weg frei für Wout van Aert, der sofort begann einen Vorsprung herauszufahren. Van der Poel versuchte zwar seinerseits wieder aufzuschliessen, machte durch seine Bemühgungen aber einige kleine Fehler, die schlussendlich im Schräghang mit einem weiteren Sturz bestraft wurden. Hierdurch fiel der Niederländer zwischenzeitlich auf den vierten Platz hinter Laurens Sweeck und Michael Vanthourenhout zurück. Während Wout van Aert unbeirrt seine Runden zog, konnte sich Mathieu van der Poel in der letzten Runde noch auf den zweiten Platz vorarbeiten. Laurens Sweeck sicherte sich den letzen Podiumsplatz vor Michael Vanthourenhout. Durch seinen Sieg übernahm Wout van Aert auch die Gesamtführung im Weltcup von Michael Vanthourenhout.

Namur-20Bei den Damen wurde der Saisoneinstieg von Weltmeisterin Marianne Vos mit Spannung erwartet. Vos, die in dieser Saison sehr viel als Botschafterin für das Damenradrennen unterwegs war, hatte sich den Weltcup in Namur als erstes Rennen auf ihrem Weg zur Titelverteidigung ausgesucht.

So war es dann auch die sympathische Niederländerin, die die ersten Akzente dieses Rennens setzte und bereits in der ersten Runde die Führung übernahm. Katie Compton, die Siegerin der beiden letzten Austragungen, erwischte einen schlechten Start und begann das Rennen relativ weit zurückliegend. Marianne Vos führte das Rennen lange Zeit souverän an, aber zwei Runden vor Schluss musste sie ihrer noch fehlenden Rennpraxis Tribut zollen und zusehen, wie die Tschechin Katharina Nash zunächst zu ihr aufschloss und anschliessend die Führung übernahm, die sie bis ins Ziel noch ausbauen konnte. Katie Compton errang nach starker Aufholjagd noch den dritten Platz.

Europameisterin Sanne Cant, die in dieser Saison bereits etliche Siege einfahren konnte, kam auf dem Parcours, der ihr nicht besonders liegt, als Sechste ins Ziel und verteidigte damit ihre Führung im Gesamtweltcup.

Bei der Elite ging Kevin Pauwels mit einem beruhigenden Vorsprung in das Rennen auf einer Strecke, die seinen Fähigkeiten entgegen kommt. Obwohl Pauwels einen relativ schlechten Start erwischte, gab es für den Sieger von 2012 daher keinen Anlass nervös zu werden.

Namur-29 Die ersten beiden Runden wurden dann auch von den beiden überraschend stark fahrenden Marcel Wildhaber (Schweiz) und Sascha Weber dominiert. In der dritten Runde versuchte Tom Meussen, der am Vortag in seinem Heimatort Essen Zweiter hinter Wout van Aert gworden war, das Heft in die Hand zu nehmen und setzte einen Angriff. Zunächst sah es so aus, als könne er damit erfolgreich sein, als keiner der Favoriten meinte, reagieren zu müssen. Schliesslich machte sich jedoch Philipp Walsleben daran, den Ausreisser wieder einzufangen, und so wurde der Angriff von Tom Meeusen neutralisiert. Während der Essener seinen Anstrengungen vom Vortag Tribut zollen musste, kam nun die Zeit von Lars van der Haar und Kevin Pauwels, die jetzt das Tempo hoch hielten. Van der Haar konnte zunächst einen kleinen Vorsprung erkämpfen, wurde jedoch bald von Pauwels wieder eingefangen. Währenddessen war Philipp Walsleben auf Grund eines Problems mit seinem Schaltwerk weit zurückgefallen und musste sich nun mühsam wieder in die vorderen Ränge zurückkämpfen.

Als Pauwels und van der Haar in die letzten Runde gingen hatte sich der deutsche Meister  bereits wieder auf neun Sekunden an die beiden Führenden herangekämpft, vermochte jedoch nicht mehr die Lücke zu schliessen. Kevin Pauwels forderte den niederländischen Meister mehrfach auf die Führung zu übernehmen, aber van der Haar zog es vor auf einen Fehler von Pauwels zu warten. Dies war ein taktischer Fehler, denn Pauwels verschärfte erneut das Tempo und zwang so seinerseits Van der Haar in Fehler, die dieser in der letzten Runde dann nicht mehr ausgleichen konnte. So gewann der Kalmthouter als erster Fahrer verdient nach 2012 zum zweiten Mal auf der Esplanade der Zitadelle. Lars Van der Haar konnte am Ende noch seinen zweiten Platz vor Philipp Walsleben verteidigen. Auch die beiden Helden der ersten Runden konnten sich über gute Ergebnisse freuen: Wildhaber beendete das Rennen auf Platz sechs und Weber wurde Neunter.

Namur-35Mit seinem zweiten Weltcup-Sieg kommt Pauwels dem Gesamtsieg einen guten Schritt näher, baute er seine Führung auf den zweiten der Gesamtwertung Tom Meussen noch einmal deutlich aus. Pauwels führt nun mit 77 Punkten Vorsprung in der Gesamtwertung also beinahe mit der Punktzahl, die es für den Sieg in einem Weltcup-Rennen gibt, und so könnte er bereits mit einem Sieg am 26.12. in Heusden-Zolder den Gesamtsieg im Weltcup erreichen.

Scheldecross Antwerpen

Der Scheldecross an dem Ufer der Schelde in Antwerpen findet alljährlich kurz vor der Weihnachtsperiode statt. Dieses Rennen gehört zu keiner der beiden Serien, sondern wird unter dem Dach der Soudal-Classics-Rennen veranstaltet, eine Serie, die lediglich einen Zusammenschluss von sechs Rennen darstellt.

Scheldecross-44In den letzten Jahren war das Rennen eigentlich immer mit allen Spitzenfahrern besetzt. In diesem Jahr ist der Termin jedoch eine Woche nach hinten gerückt, und dies führte dazu, dass einige der Spitzenfahrer in Vorbereitung auf die Weihnachtsrennen eine Rennunterbrechung einlegten und in Trainingslager nach Spanien abgereist waren. So fehlten mit Wout van Aert, Kevin Pauwels und Sven Nys gleich drei Fahrer der Spitzenklasse. Und auch bei den Damen war das Feld ausgedünnt. Sowohl Vorjahressiegerin Katie Compton, die Weltcup-Führende Sophie de Boer, als auch die Britinnen Helen Wyman und Nikki Harris waren nicht am Start.

Ob es an den winterlichen Temperaturen und den stürmischen Tagen zuvor lag, dass die Zuschauerzahlen im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer zu sein schienen, oder ob dies den ausgedünnten Starterfeldern zu verdanken war, vermag man nicht zu sagen.

Insgesamt liessen die Rennen jedoch auch ein wenig an Dramatik vermissen. In nahezu allen Wettbewerben kam es zu recht deutlichen Siegen, ohne das es wirklich spannende Duelle gab. Auch die geänderte Streckenführung – Erwin Verwecken hatte die Fahrtrichtung umgedreht und zudem die Sandpassage verkürzt – trug nicht dazu bei, die Rennen spannender zu machen.

Bei den Nieuwelingen blieb alles wie gehabt. Florian Vermeersch übernahm vom Start weg die Führung und baute diese kontinuierlich aus. Am Ende war sein sechzehnter Saisonsieg mit 43 Sekunden Vorsprung vor dem zweitplatzierten Arne Vrachten wieder einmal deutlich. Dritter wurde der Doppelsieger des vergangenen Wochenendes Andreas Goeman.

In Abwesenheit des Europameisters Eli Iserbyt versprach das Rennen der Junioren ein wenig mehr Spannung. Zunächst setzte sich Max Gulickx an die Spitze, er konnte sich jedoch nicht entscheidend von Jappe Jaspers und Thijs Wolsink absetzten. Nach der halben Renndistanz wurde Gulickx dann auch von den beiden Lares-Doltcini Fahrern eingeholt. Während Jappe Jaspers die Führung übernahm und sich nun seinerseits absetzte, konnte Gulickx den Angriff von Wolsink abwehren. Jaspers jedoch genügte der Vorsprung für den Sieg, vor den beiden Niederländern Max Gulickx und Thijs Wolsink.

Ellen van Loy meets Soudal Fix AllBei den Damen ging Sanne Cant nach ihren Erfolgen der letzten Wochen auch hier wiederrum als Favoritin ins Rennen. Den besten Start hatte allerdings wieder einmal Ellen van Loy, die damit auch das Peloton ins Gelände führte. In der ersten Geländeschikane verfing sich die Telenet-Fidea-Fahrerin jedoch ausgerechnet in einer Reklame von Soudal Fix-All, so das sie etliche Plätze einbüsste. Sanne Cant setzte sich anschliessend auch an die Spitze und sollte die Führung bis ins Ziel nicht mehr abgeben. Ellen van Loy bewies erneut ihre gute Form und errang trotz des kleinen Malheurs in der ersten Runde den zweiten Platz. Loes Sels komplettierte als dritte das Podium, das sie dann auch mit der Anwesenheit ihrer kleinen Tochter bereicherte.

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Im vergangenen Jahr war das Rennen der Elite ein packender Wettstreit zwischen Niels Albert und dem jungen Mathieu van der Poel gewesen. In diesem Jahr kam es lediglich für eine kurze Zeit zu einem Wettkampf zwischen dem erstaunlich stark fahrenden Laurens Sweeck auf der einen sowie Mathieu van der Poel und Tom Meeusen auf der anderen Seite. Doch bereits zu Halbzeit war der Drops dann gelutscht, Mathieu van der Poel hatte sich von Tom Meeusen verabschiedet, war zu Laurens Sweeck hin und an diesem vorbei gefahren. Nun zog der junge Niederländer einsam seine Runden in Front und gewann ungefährdet mit 43 Sekunden Vorsprung vor Laurens Sweeck. Tom Meeusen war zwischenzeitlich in eine fünfköpfige Verfolgergruppe mit Rob Peeters, Philipp Walsleben, Corne van Kessel und David van der Poel zurückgefallen. Am Ende der letzen Runde konnte sich Meeusen noch einmal von dieser Gruppe absetzten und einen knappen Vorsprung auf den viertplatzierten Rob Peeters herausfahren.

Druivencross Overijse

Er gehört keiner der grossen Rennserien in Belgien an – und doch muss sich der Druivencross in Overijse nicht verstecken. Der Klassiker unter den belgischen Rennen trägt nicht ohne Grund den Beinamen „De moeder van alle crossen“. Alljährlich finden sich hier nahezu alle Top-Fahrer ein, um sich den Sieg in Overijse in ihre Palmares zu schreiben.

War es im letzten Jahr relativ trocken geblieben, bestimmte dieses Mal von Anfang an leicht nebeliges und nieseliges Wetter den Tag. Trotz etlicher rutschiger Passagen gab es aber in allen Kategorien recht schnelle Rennen.

Bei den Nieuwelingen sicherte sich Andreas Goeman wie bereits am Vortag in Hasselt den Sieg. Er setzte sich im Sprint gegen Maur Vansevenant durch. Dante Scarponi vervollständigte das Podium.

Nachdem er am Vortag wegen einer Prüfung auf einen Start in Hasselt verzichten musste, zeigte Eli Iserbyt in Overijse erneut, dass er zur Zeit das Mass der Dinge bei den Junioren ist. Von Anfang an setzte er sich vom Rest ab und gewann das Rennen souverän mit mehr als zwei Minuten Vorsprung auf seine Verfolger. Hinter ihm drehte Jens Dekker genauso ungefährdet seinen Runden auf dem abwechslungsreichen Kurs und kam als Zweiter ins Ziel. Mit dem drittplatzierten Wesley Floren errang ein weiterer Niederländer einen Podiumsplatz.

Eli Iserbyt zelebriert seinen Sieg

Eli Iserbyt zelebriert seinen Sieg

Der Druivencross ist eines der Rennen in Belgien, die kein eigenes U23-Rennen besitzen. Traditionell findet hier nach den beiden  Nachwuchskategorien ein Gentleman-Cross statt, eine Mischung aus Hobby- und Charity-Rennen.

Nach diesem kurzen Intermezzo setzte pünktlich zu den beiden Hauptrennen leichter Regen ein, der die Strecke noch einmal etwas anspruchsvoller machen sollte.

Wie in den letzten Wochen üblich zeigte Ellen van Loy bei den Damen den besten Start und führte das Feld bei der Einfahrt ins Gelände an. Direkt nach der Einfahrt begann dann auch die erste Laufpassage- die der grossgewachsenen Fahrerin bestens lag. Doch kurz nach der ersten Passage des Materialdepots wurde sie von einem technischen Problem vom Rad gezwungen und musste beinahe eine halbe Runde bis zur zweiten Passage am Depot laufen. Hier schienen schon alle Chancen der Herenthouterin auf eine gute Platzierung vertan. Währenddessen hatte sich an der Spitze ein Trio, bestehend aus der französischen Meisterin Pauline Ferrand-Prevot, der belgischen Meisterin Sanne Cant und der Niederländerin Sophie de Boer, gebildet. Während Ferrand-Prevot und Cant die Führung kontinuierlich ausbauten, musste die Niederländerin, die immer noch unter den Folgen ihrer Stürze in der Vorwoche litt, die beiden ziehen lassen. Nach einem kurzen Ausrutscher von Cant setzte sich die blutjunge Französin an die Spitze und sah schon wie die sichere Siegerin aus, aber Sanne Cant steckte nicht auf, konnte in der letzten Runde erneut aufschliessen und nach einem kleinen Fehler der Französin die Führung übernehmen, die sie bis zur Ziellinie nicht mehr abgab. Sophie de Boer fuhr relativ ungefährdet auf den dritten Rang. Ellen van Loy, die nach ihrem Defekt als letzte Fahrerin aus der ersten Runde kam, erkämpfte sich mit einer furiosen Aufholjagd noch den vierten Platz vor ihrer Teamkameradin Pavla Havlikova.

Overijse-34

Hatte es bei den Damen noch leicht geregnet, setzte zum Rennen der Elite dann stärkerer Regen ein und verwandelte einige Passagen in echte belgische Modderstroken. Es sollte eins der spannensten Rennen dieser Saison werden. Gleich zu Beginn zeigten sich mit Tom Meeusen und Bart Wellens zwei Fahrer von Telenet Fidea an der Spitze. Auch Philipp Walsleben und sein junger Teamkamerad Mathieu van der Poel erwischten einen guten Start und bestimmten das Rennen von Anfang an mit. Sven Nys, der die letzten vier Ausgaben des Rennens gewonnen hatte, erwischte aber einen rabenschwarzen Tag. Nachdem er sich bereist vor dem Rennen unwohl fühlte und nicht richtig warm wurde, lag er nach technischen Problemen bereits zur Hälfte der ersten Runde nur auf dem achzehnten Platz und konnte auch diesen nicht behaupten. So war es dann auch folgerichtig, dass er zur Halbzeit das Rennen verlies.

Overijse-33

Derweil bildete sich mit Tom Meeusen, Philipp Walsleben, Marcel Meisen und Mathieu van der Poel eine illustre Spitzengruppe, zu der sich nach kurzer Zeit noch Corne van Kessel und Klaas Vantornout gesellten. Mathieu van der Poel versuchte mit grossen Risiko die Gruppe zu sprengen und sich abzusetzen, musste aber nach einigen kleinen Fehlern einsehen, dass es auf dem Parcours nicht möglich war, einen entscheidenden Vorsprung herauszufahren. Nachdem van Kessel und Meisen die Spitzengruppe ziehen lassen mussten und Philipp Walsleben es auch nicht schaffte, sich in der vorletzten Runde zu lösen, kam es zu einem packenden Finale zwischen Meeusen, Vantornout, van der Poel und Walsleben. Meeusen versuchte in der letzten Runde noch einmal alles, den Rest abzuschütteln, aber es kam zu einem Sprint Royale.

Am Ende konnte Tom Meeusen überglücklich seinen ersten Saisonsieg vor Klaas Vantornout und Mathieu van der Poel feiern. Philipp Walsleben musste einmal mehr feststellen, dass er in einem Zielsprint nicht die allerbesten Chancen hat, und kam auf den vierten Rang. Marcel Meisen zeigte ein hervorragendes Rennen und beendete den Druivencross hinter Corne van Kessel auf dem sechsten Platz.