Scheldecross Antwerpen

Der Scheldecross an dem Ufer der Schelde in Antwerpen findet alljährlich kurz vor der Weihnachtsperiode statt. Dieses Rennen gehört zu keiner der beiden Serien, sondern wird unter dem Dach der Soudal-Classics-Rennen veranstaltet, eine Serie, die lediglich einen Zusammenschluss von sechs Rennen darstellt.

Scheldecross-44In den letzten Jahren war das Rennen eigentlich immer mit allen Spitzenfahrern besetzt. In diesem Jahr ist der Termin jedoch eine Woche nach hinten gerückt, und dies führte dazu, dass einige der Spitzenfahrer in Vorbereitung auf die Weihnachtsrennen eine Rennunterbrechung einlegten und in Trainingslager nach Spanien abgereist waren. So fehlten mit Wout van Aert, Kevin Pauwels und Sven Nys gleich drei Fahrer der Spitzenklasse. Und auch bei den Damen war das Feld ausgedünnt. Sowohl Vorjahressiegerin Katie Compton, die Weltcup-Führende Sophie de Boer, als auch die Britinnen Helen Wyman und Nikki Harris waren nicht am Start.

Ob es an den winterlichen Temperaturen und den stürmischen Tagen zuvor lag, dass die Zuschauerzahlen im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer zu sein schienen, oder ob dies den ausgedünnten Starterfeldern zu verdanken war, vermag man nicht zu sagen.

Insgesamt liessen die Rennen jedoch auch ein wenig an Dramatik vermissen. In nahezu allen Wettbewerben kam es zu recht deutlichen Siegen, ohne das es wirklich spannende Duelle gab. Auch die geänderte Streckenführung – Erwin Verwecken hatte die Fahrtrichtung umgedreht und zudem die Sandpassage verkürzt – trug nicht dazu bei, die Rennen spannender zu machen.

Bei den Nieuwelingen blieb alles wie gehabt. Florian Vermeersch übernahm vom Start weg die Führung und baute diese kontinuierlich aus. Am Ende war sein sechzehnter Saisonsieg mit 43 Sekunden Vorsprung vor dem zweitplatzierten Arne Vrachten wieder einmal deutlich. Dritter wurde der Doppelsieger des vergangenen Wochenendes Andreas Goeman.

In Abwesenheit des Europameisters Eli Iserbyt versprach das Rennen der Junioren ein wenig mehr Spannung. Zunächst setzte sich Max Gulickx an die Spitze, er konnte sich jedoch nicht entscheidend von Jappe Jaspers und Thijs Wolsink absetzten. Nach der halben Renndistanz wurde Gulickx dann auch von den beiden Lares-Doltcini Fahrern eingeholt. Während Jappe Jaspers die Führung übernahm und sich nun seinerseits absetzte, konnte Gulickx den Angriff von Wolsink abwehren. Jaspers jedoch genügte der Vorsprung für den Sieg, vor den beiden Niederländern Max Gulickx und Thijs Wolsink.

Ellen van Loy meets Soudal Fix AllBei den Damen ging Sanne Cant nach ihren Erfolgen der letzten Wochen auch hier wiederrum als Favoritin ins Rennen. Den besten Start hatte allerdings wieder einmal Ellen van Loy, die damit auch das Peloton ins Gelände führte. In der ersten Geländeschikane verfing sich die Telenet-Fidea-Fahrerin jedoch ausgerechnet in einer Reklame von Soudal Fix-All, so das sie etliche Plätze einbüsste. Sanne Cant setzte sich anschliessend auch an die Spitze und sollte die Führung bis ins Ziel nicht mehr abgeben. Ellen van Loy bewies erneut ihre gute Form und errang trotz des kleinen Malheurs in der ersten Runde den zweiten Platz. Loes Sels komplettierte als dritte das Podium, das sie dann auch mit der Anwesenheit ihrer kleinen Tochter bereicherte.

Scheldecross-39

Im vergangenen Jahr war das Rennen der Elite ein packender Wettstreit zwischen Niels Albert und dem jungen Mathieu van der Poel gewesen. In diesem Jahr kam es lediglich für eine kurze Zeit zu einem Wettkampf zwischen dem erstaunlich stark fahrenden Laurens Sweeck auf der einen sowie Mathieu van der Poel und Tom Meeusen auf der anderen Seite. Doch bereits zu Halbzeit war der Drops dann gelutscht, Mathieu van der Poel hatte sich von Tom Meeusen verabschiedet, war zu Laurens Sweeck hin und an diesem vorbei gefahren. Nun zog der junge Niederländer einsam seine Runden in Front und gewann ungefährdet mit 43 Sekunden Vorsprung vor Laurens Sweeck. Tom Meeusen war zwischenzeitlich in eine fünfköpfige Verfolgergruppe mit Rob Peeters, Philipp Walsleben, Corne van Kessel und David van der Poel zurückgefallen. Am Ende der letzen Runde konnte sich Meeusen noch einmal von dieser Gruppe absetzten und einen knappen Vorsprung auf den viertplatzierten Rob Peeters herausfahren.