Kategoriearchiv: International 2015

Rennen ausserhalb Deutschlands

Flandriencross Hamme

In diesem Jahr war in Hamme alles neu. So fand das Rennen in den vergangenen Jahren als Teil des Superprestige in Hamme-Zogge statt und wurde von Vista-Media der Agentur von Jürgen Mettepennigen veranstaltet. Nach dem Verkauf des Rennens an die grosse belgische Sportagentur Golazo wechselte nicht nur der Eigentümer, sondern auch die Rennserie und der Austragungsort. So gehört das Rennen, das in diesem Jahr erstmalig auf dem Gelände des Bikeparks in Hamme-Meulenbroek statt, jetzt zur bpost bank trofee. Im Bereich der, in Belgien ziemlich bekannten, Mirabrücke hatte das Organisationskommittee um seinen Vorsitzenden und Paten des Flandriencross Greg van Avermaet eine völlig andere Strecke entworfen als es der moddrige Wiesenkurs des früheren Bollekescross im benachbarten Ortsteil Zogge war.

Die Zuschauer erwarteten bei nebeligem Wetter und Temperaturen, die eines Querfeldeinrennens würdig sind, äusserst rasante und spannende Rennen. Selbst das Labyrinth im Bikepark, das den Fahrern kurz vor dem Ziel noch einmal viel Konzentration abverlangte, stellte durch die Kurvenüberhöhungen eine absolut schnelle Passage dar.

Highspeed Cross im Bikepark

Highspeed Cross im Bikepark

Im Rennen der U17-Kategorie hiess der Sieger wieder einmal Florian Vermeersch, auch bei seinem zwölften Start in dieser Saison beendete er das Rennen erneut als Sieger. Auf die Frage des Streckensprechers, wie lange seine Serie wohl noch anhalten wird, antworte der junge Fahrer ganz wie ein alter Hase „Ik hoop nog heel lang (Ich hoffe, noch sehr lange)“. Den Kampf um den zweiten Podiumsplatz entschied Lokalmatador Jonas Smeet im Sprint gegen Andreas Goeman für sich.

Wie schon zuvor beim Koppenbergcross verzichtete Europameister Eli Iserbyt auch in Hamme auf einen Start in der bpost bank trofee. So wurde der Weg frei für ein reines Lares-Doltcini-Podium. Sehr zur Freude des Managers Jürgen Mettepennigen, dem die jungen Fahrer des Farm Teams von Sunweb Napoleon Games einen grossen Erfolg am Heimatort des Teams bereiteten. Im Sprint einer vierköpfigen Spitzengruppe gewann Jappe Jaspers vor Thijs Wolsink und Jenko Bonne. Jarne Driesen vom Young Telenet Fidea Cycling Team blieb nur der undankbare vierte Platz.

Hamme-18

Im nachfolgenden Rennen der U23 fehlten mit Wout van Aert und Mathieu van der Poel zwei der bedeutendsten Fahrer, da beide im Rennen der Elite starteten. So übernam auch zunächst der ehemalige Europameister Michael Vanthourenhout die Initiative, doch die Gebrüder Sweeck fuhren ein taktisch cleveres Rennen. Während Diether Sweeck Vanthourenhout unter Druck setzte, konnte sein Bruder Laurens abwartend ins Renenn starten. Doch bereits in der dritten Runde setzte sich Laurens Sweeck an die Spitze und sollte die Führung bis ins Ziel verteidigen. Michael Vanthourenhout konnte dem ehemaligen belgischen Meister nichts entgensetzen und musste sich am Ende mit dem zweiten Platz begnügen. Den letzten verbliebenen Podiumsplatz sicherte sich Vanthourenhouts Teamkollege Yorben van Tichelt. Adam Toupalik war lange mit Vanthourenhout auf der Verfolgung von Laurens Sweeck, blieb aber plötzlich mit seinem Fuss an einem losen Balken auf der Treppe hängen und fiel dadurch auf den undankbaren vierten Platz zurück.

Bei den Damen kam Sanne Cant nach ihrem Sieg beim Weltcup Rennen in Milton Keynes als Favoritin nach Hamme. Ellen van Loy bewies einmal mehr, dass sie eine der besten Starterinnen im Damenfeld ist, und so setzten sich die beiden sofort an die Spitze des Feldes und fuhren schnell einen kleinen Vorsprung heraus. Hinter dem Führungsduo bildete sich eine kleine Verfolgergruppe, der neben der britischen Meisterin Helen Wyman noch die kleine Tschechin Pavla Havlikova und die Führende der Gesamwertung, die Niederländerin Sophie de Boer, angehörten. Währen das Führungsduo seinen Vorsprung kontinuierlich ausbaute, konnten die drei Verfolgerinnen ihren Abstand auf die nachfolgenden Nikki Harris und Loes Seels verteidigen. In der vorletzten Runde zeigte Sanne Cant erneut, dass sie in diesem Jahr den Sprung in die absolute Weltspitze geschafft hatte, und setzte sich mit einem kurzen aber effektiven Antritt von Ellen van Loy ab. Für Sophie de Boer sollte die letzte Runde eine schmerzahfte Erfahrung bereit halten. Die sympathische Niederländerin kam auf der Brücke zu Fall. Hierbei fiel sie auf die Schulter, die sie sich bereits Anfangs der Woche beim Training verletzt hatte.  Unter Schmerzen musste Sophie de Boer zusehen, wie Helen Wyman und Pavla Havlikova den Kampf um den letzten Podiumsplatz unter sich ausmachten. Helen Wyman war am Ende im Sprint gegen die Tschechin erfolgreicht und komplettierte so das Podium. Glücklicherweise verlor Sophie de Boer durch ihren Sturz nicht zuviel Zeit, und so reichte ihr fünfter Platz, um die Gesamtführung in der bpost bank trofee zu verteidigen.

Hamme-20

Wie schon am vergangenen Wochende beim Weltcup in Koksijde sollte auch in Hamme wieder ein Duell der Generationen das Rennen bestimmen. Auf dem äusserst schnellen Parcours bildete sich sofort ein Peloton von etwa fünfzehn Fahrern, in dem praktisch alle Anwärter auf einen Sieg enthalten waren. Die hohe Geschwindigkeit des Rennens und die Gestaltung des Kurses führten dazu, dass sich kein Fahrer wirklich entscheidend absetzen konnte. Einige Fahrer setzten daher auf ein taktisches Rennen und liessen Teamkollegen zunächst den Vortritt, wenn es darum ging, Angriffe zu setzen. Mit Jens Adams gelang es dann auch einem Teamkollegen des U23 Weltmeisters Wout van Aert als erstem, einen nennenswerten Vorsprung herauszufahren. Als kein anderere Fahrer Anstalten machte die Verfolgung des jüngeren Bruders von Joeri Adams aufzunehmen, war es der Altmeister Sven Nys persönlich, der das Tempo der Verfolgergruppe erhöhte. Und doch sollte es bis zur vorletzten Runde dauern, bis Adams wieder eingeholt wurde. Mittlerweile hatte der deutsche Meister Philipp Walsleben, der zu Beginn des Rennens weit zurückgeworfen worden war, wieder Anschluss an die grosse Verfolgergruppe gefunden und setzte, nachdem Adams eingeholt war, nun seinerseits einen erfolgreichen Angriff. Bevor es in die letzte Runde ging, konnte der Potdamer in Diensten des BKCP-Powerplus-Teams einen kleinen Vorsprung auf seine Verfolger herausfahren, und es sah schon so aus, als könnte er den ersten grossen Erfolg der Saison erreichen. Aber in der anschliessenden letzten Runde zeigten die beiden Jungspunde Wout van Aert und Mathieu van der Poel, dass sie nicht zu Unrecht als Kronprinzen im Cross angesehen werden.

Hamme-30

Mit einer massiven Tempoverschärfung durch Wout van Aert gelang es den beiden nicht nur die Verfolgergruppe endgültig zu sprengen, sondern auch zu dem führenden Walsleben aufzuschliessen. Nachdem sein Teamkollege eingeholt war, übernahm Mathieu van der Poel sofort die Führung und versuchte seinerseits nun eine Lücke aufzureissen. Doch der erneut stark fahrende van Aert liess sich nicht abschütteln und folgte mit Walsleben an seinem Hinterrad unmittelbar dem Führenden. Am Ausgang des Waldlabyrinths gelang es van der Poel zwar, den Belgier durch eine kurze Verzögerung an einem kleinen Wall noch aus dem Pedal zu zwingen. Auf der extrem langen Zielgeraden konnte Wout van Aert jedoch unter Aufbietung aller Kräfte wieder aufschliessen und am Ende seine Sprintstärke ausspielen. Philipp Walsleben, der durch das Manöver seines Teamkollegens van der Poel ebenfalls zum Stillstand gekommen war, vermochte nicht mehr an die beiden heranzukommen und musste am Ende noch aufpassen, nicht von dem stark sprintenden Sven Nys auf der Ziellinie überholt zu werden. Für Walsleben wurde es dadurch jedoch doch noch der erste Podiumsplatz der Saison. Auf Grund der geringen Zeitunterschiede und der Tatsache, dass seine direkten Verfolger hinter ihm ins Ziel kamen, konnte Sven Nys seinen Vorsprung in der Gesamtwertung noch ausbauen.

UCI Weltcup Koksijde

Die Sanddünen in Koksijde, die schon so oft als Austragungsort für Weltmeisterschaften dienten, sahen bereits zuvor viele packende Rennen.  Vorjahressieger Niels Albert feierte hier einige seiner grössten Triumphe. Für ihn, der in diesem Jahr wegen Vernarbungen des Herzmuskels seine Karriere vorzeitig beenden musste, wurde dies einer der emotional schwersten Momente der Saison.

Doch zunächst zu den Rennen der jüngeren Kategorien. In Koksijde werden nur in der Elite und bei den Damen Weltcup-Punkte vergeben, bei den jüngeren Kategorien gibt es lediglich ein internationales Rennen ohne Weltcup-Wertung.

Bei den Junioren konnten sich die deutschen Fans über einen hervorragenden vierten Platz des deutschen Meisters Ludwig Cords freuen, in Abwesenheit des diesjährigen Seriensiegers Eli Iserbyt konnte ein stark fahrende Gage Hecht (USA) den Sieg für sich verbuchen. Alessio Dhoore (BEL) wurde Zweiter, und der jüngste Sohn von Johan Museeuw, Stefano Musseuw, komplettierte das Podium.

Glückwunsch Ludwig Cords 4ter in Koksijde

Auch in der U23 waren die meisten der diesjährigen Favoriten nicht an den Start gegangen. Auf Grund der neuen Regelung, dass im Weltcup Fahrer, die in der Weltrangliste auf den ersten 50 Plätzen stehen, automatisch startberechtigt sind, führte dazu, dass ein Grossteil der belgischen U23-Fahrer lieber beim Weltcuprennen als bei der U23 an den Start gingen. So konnte sich Dan Soete den Sieg im Rennen der U23 mit knappem Vorsprung vor Diether Sweeck und Quinten Hermans sichern.

Bei den Damen setzten sich Sophie de Boer und Sanne Cant sogleich an die Spitze des neununddreissig-köpfigen Feldes. In der vierten Runde schloss die junge Niederländerin Sabrina Stultiens, die am Start zunächst auf den neunten Platz zurückgefallen war, zu den beiden Führenden auf.  Die beiden letzten Runden absolvierte das Trio nahezu in trauter Eintracht, bis Sanne Cant an einem der kurzen sandigen Anstiege antrat und eine kleine Lücke zu ihren Konkurrentinnen aufriss. Mit diesem klugen Manöver konnte die Europa- und belgische Meisterin auf heimischem Terrain den ersten Weltcup-Sieg ihrer Karriere einfahren. Sabrina Stultiens, Europameisterin bei den Juniorinnen, konnte sich im anschliessenden Sprint gegen Sophie de Boer durchsetzen und ihren zweiten Platz feiern. Sophie de Boer bewies mit ihrem erneuten Podiumsplatz, dass sie zur Zeit in guter Form unterwegs ist.

Koksijde-27

Im Elite-Rennen der Männer sollte es nicht zuletzt wegen der neuen Regelung zur Startberechtigung zum ersten Mal bei einem Weltcup zum grossen Duell der Generationen kommen. Mit dem U23-Weltmeister Wout van Aert und Mathieu van der Poel standen zwei Vertreter der jungen Generation am Start. Und so wurde mit Spannung erwartet, wie sich die Kronprinzen im Konzert mit den etablierten Fahrern bei einem so bedeutenden Rennen wie dem Duinencross in Koksijde schlagen würden. Nach seinem erzwungenen Rücktritt Anfang dieses Jahres betreut der bisherige Star des Duinencross Niels Albert den belgischen Nachwuchsstar Wout van Aert. Wieviel von seinem Wissen konnte der Sandspezialist an seinen Schüler weitergeben? Mit Sicherheit wurde es für den ehemaligen Weltmeister einer der schwersten Momente nach seinem eigenen Karriereende. An dem Ort seines letzten WM-Gewinns und als Sieger des vergangenen Jahres tatenlos zusehen zu müssen, wie andere Fahrer hier um den Sieg kämpfen, war eine emotional schwere Aufgabe für Albert.

Der Meister und sein Schüler

Der Meister und sein Schüler

Seine Arbeit mit Wout van Aert sollte aber an diesem Tag Früchte tragen. Sofort zu Beginn des Rennens setzten sich van Aert und Mathieu van der Poel an die Spitze und bestimmten das Tempo. Gemeinsam pflügten die beiden während der ersten Runden durch den Sand, und es sah schon so aus als würde dies das Duell des Tages werden. Doch zur Halbzeit des Rennens schlichen sich kleine Fehler bei Mathieu van der Poel ein, und plötzlich fand sich van Aert alleine in der Führung des Rennens wieder. Paul Herygers, der exakt vor 20 Jahren an gleicher Stelle seinen Weltmeistertitel errang, befürchtete, dass van Aert für die frühe Soloführung gegen Rennende fürchterlich würde bezahlen müssen. Aber der U23-Weltmeister fuhr unbeirrbar sein eigenes Tempo und baute in der zweiten Rennhälfte seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Mathieu van der Poel wurde nach einigen Problemen schliesslich in der vorletzten Runde von Kevin Pauwels eingeholt, der in der zweiten Rennhälfte ein hervorragendes Rennen zeigte. Doch van der Poel konnte das Tempo von Pauwels nicht mehr mithalten und musste am Ende noch kämpfen um nicht von dem immer näher kommenden Tom Meeusen eingeholt zu werden. Schlussendlich konnte er jedoch einen knappen Vorsprung von zwei Sekunden ins Ziel retten und damit den letzten Podiumsplatz für sich beanspruchen.

Wout van Aert hatte sich für diesen Tag vorgenommen etwas besonderes für seinen Trainer und Mentor Niels Albert zu unternehmen und so ehrte er Niels Albert mit dessen typischem Jubel, sowie einem kurzen Sprung vom Rad, den sowohl Albert als auch Herygers bei ihren Weltmeisterschaften vorgemacht hatten. Bei der anschliessenden Siegerehrung musste Niels Albert schwer mit seinen Emotionen kämpfen. Nachdem die Nationalhymne für den Sieger verklungen war, übermannten den Tremeloer dann auch seine Emotionen und die Tränen bahnten sich ihren Weg.

Koksijde-41

Superprestige Asper-Gavere

Einmal im Jahr öffnet die Kaserne der belgischen Luftwaffe ihre Pforten, um einem anspruchsvollen Rennen des Cross-Kalenders Heimat zu bieten. In der hügeligen Umgebung des Kastel Grenier finden sich schwierigste Abfahrten und anstregende Steigungsstücke gepaart mit typisch flandrischem Lehmboden.

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Europameisterschaft Lorsch

Seit etlichen Jahren ist Lorsch als Austragungsort hervorragender Cyclocross-Rennen in Deutschland bekannt. Das Team um die Radsportlegende Algis Oleknavicius versteht es wie kaum jemand anderes in Deutschland, ein gut organisiertes Cross-Event internationalen Massstabs in eine deutsche Innenstadt zu bringen. Und so war es auch folgerichtig, dass nach dem Ausfall des ursprünglich vorgesehenen Austragungsorts St. Wendel die Wahl auf Lorsch fiel.

Nachdem bei den deutschen Meisterschaften 2011 die berühmte Lorscher Wiese im Schlamm ertrunken war, hatten einige die Befürchtung, dass eine ähnliche Schlammschlacht drohen könnte. Aber der Wettergott hatte ein Einsehen mit Fahrern und Zuschauern, und so war die Wiese nicht nur gut befahrbar, sondern es kam zu sehr schnellen, aber auch kräftezehrenden Rennen. Nicht zuletzt die vielen Richtungswechsel innerhalb kürzester Distanz waren eine extreme Herausforderung für die Sportlerinnen und  Sportler.

Bei den Junioren gab es eigentlich kaum Zweifel wer der neue Europameister werden würde. Eli Iserbyt gewann bisher jedes Rennen, in dem er am Start war, und so war es auch nicht verwunderlich, dass er in Lorsch als erster den Zielstrich überquerte. Der Schweizer Meister Johan Jacobs kämpfte lange auf der zweiten Position, musste sich aber am Ende dem immer stärker aufkommenden Jappe Jaspers geschlagen geben. Dies war vermutlich der Tatsache geschuldet, dass die Jury dieses Rennen extrem lange laufen liess, so dass die Renndauer am Ende fast fünfzig Minuten betrug anstatt der sonst üblichen vierzig Minuten.

Lorsch-16

Eli Iserbyt auch in Lorsch unbezwingbar

Bei den Juniorinnen war das Rennen wesentlich offener, und am Ende konnte sich eine überglückliche Sabrina Stultiens im Schlusspurt gegen die ebenfalls sehr stark fahrende Tschechin Martina Mikulaskova durchsetzten. Die Bronzemedaille ging an die Italienerin Alice Maria Arzuffi.

Glück

Glück

Nachdem in der U23 die niederländische Hoffnung Mathieu van der Poel nicht startete, bestand eigentlich kein Zweifel daran, dass das restliche Fahrerfeld nur um die weiteren Plätze hinter Weltmeister Wout van Aert kämpfen würde. Und so kam es dann auch. Nach der Hälfte der Distanz verabschiedete van Aert sich von seinen Mitbewerbern und fuhr einen ungefährdeten Sieg heraus. Sein Landsmann Laurens Sweeck sorgte für den zweiten belgischen Doppelsieg des Tages. Bronze ging an den tschechischen Fahrer Jakub Skala. Titelverteidiger Michael Vanthourenhout musste nach technischem Defekt alle Chancen begraben und konnte dem Renenn nur noch enttäuscht als Zuschauer beiwohnen.

Lorsch-27

Doch der belgische Triumphtag sollte noch nicht zu Ende sein. Bei den Damen kam es zu dem spannendsten Rennen des Tages. Lange Zeit war das Rennen völlig offen.  So bildete sich eine grosse Gruppe von Fahrerinnen. Mit den zwei Britinnen Nikki Harris und Helen Wyman, den drei Belgierinnen Sanne Cant, Ellen van Loy und Jolien Verschueren, der Niederländerin Sanne van Paassen und der Tschechin Pavla Havlikova waren sieben Fahrerinnen innerhalb weniger Sekunden unterwegs.  Am Ende konnte Sanne Cant sich knapp vor Pavla Havlikova behaupten, Nikki Harris komplettierte das Podium. Die Titelverteidigerin Helen Wyman kam 15 Sekunden hinter ihrer Teamkollegin Harris als Vierte ins Ziel.

Sanne Cant wird Europameisterin Lorsch-37

Koppenbergcross 2014

Belgien ist bekanntermassen eine Hochburg des Radsports, hier werden so viele der traditionellen und grossen Rennen der Welt veranstaltet wie in kaum einem anderen Land der Erde. Aber wie immer gibt es innerhalb dieser Gruppen grosser Rennen noch einmal ein Rennen, das ganz besonders herausragt und wo schon so oft Radsportgeschichte geschrieben wurde.

Sowohl bei den Frühjahrsklassikern, wie auch in der Cross-Saison ist der Koppenberg der Schauplatz faszinierender Radsportereignisse. Bei der Ronde van Vlaanderen säumen abertausende Zuschauer die schmale Kopfsteinpflasterstrasse, auf der die Rennfahrer den Koppenberg erklimmen. Aber auch am 01. November pilgern wahre Heerscharen an sportbegeisterten Supportern auf den Koppenberg, um die Stars der Veldritsaison anzufeuern und beim Koppenbergcross einen weiteren Höhepunkt der Radsportjahres zu feiern.

In diesem Jahr war der Koppenbergcross der Auftakt zu einem Highlight-Wochenende, denn diesem Crossmonument sollte am Tag darauf mit dem Superprestige im limburgischen Zonhoven mit der berühmten Sandgrube „De Kuil“ ein weiteres absolutes Toprennen folgen.

Es war ein ereignisreicher Renntag, der bei schönstem Sonnenschein und fast 20 Grad am Samstagmorgen begann.

Bei den Nieuwelingen (U17) konnte sich der britische Meister Daniel Tulett in einem spannenden Wettstreit gegen Arno Debeir durchsetzen. Den dritten Platz belegte Yentl Bekaert.

Bei den Junioren sicherte sich der Schweizer Meister Johan Jacobs in Abwesenheit des diesjährigen Seriensiegers Eli Iserbyt die zweite Kopfsteintrophäe des Tages vor dem Franzosen Mehdy Henriet und Jens Dekker aus den Niederlanden.

Koppenberg14-7

 

Es sollte bis zum Rennen der Beloften (U23) dauern, bis es einem belgischen Fahrer gelang, den obersten Podiumsplatz zu erreichen. Während Mathieu van der Poel dem Koppenberg fern blieb, und Wout van Aert bei der bpost bank trofee in der Eliteklasse startet, waren mit Vorjahresgewinner Laurens Sweeck und Europameister Michael Vanthourenhout zwei Belgier als Favoriten auf den Sieg am Start. Michael Vanthourenhout liess dann auch keinen Zweifel an seinen Ansprüchen auf den Sieg, setzte sich von Anfang an vom Feld ab und fuhr schnell eine klare Führung heraus, die er auch nicht mehr abgab. Laurens Sweeck sicherte sich den zweiten Platz. Toon Aerts komplettierte das erste komplett belgische Podium des Tages.

Koppenberg14-10

Das Rennen der Damen wurde mit viel Aufmerksamkeit versehen, war es doch das erste Mal in der Geschichte des Damenradsports, das für ein Damenrennen Preisgelder in derselben Höhe wie für das Eliterennen ausgeschüttet wurden. Kris Auer von Twenty20 Cycling in den USA hatte es auf sich genommen, das Damenrennen so zu sponsern, dass dieses historische Ereignis möglich wurde. Das Rennen selber sah erneut eine Sophie de Boer in herausragender Form und ein spannendes Rennen über fünf Runden auf diesem so schweren Kurs. Jolien Verschueren fuhr erneut ein hevorragendes Rennen und belegte so den zweiten Rang vor Sanne Cant.

Koppenberg14-38Das Rennen der Elite sollte sich zu einem packenden Wettkampf zwischen einer ganzen Reihe von Fahrern entwickeln. Nach vielen Führungswechseln und unterschiedlichen Kopfgruppen kam es am Ende zum grossen Showdown zwischen dem King of Koppenberg Sven Nys, der dieses Rennen schon neun mal auf sein Palmares schreiben konnte, und dem jungen Prinzen Wout van Aert, der wieder einmal zeigte, welch grosser Crosser in ihm steckt. Doch leider sollte das Rennen durch einen anderen unrühmlichen Akt in die Geschichte eingehen, als Jan Denuwelaere von den beiden Spitzenreitern auf der Zielgrade überrundet wurde. Eigentlich hätte er aus dem Rennen genommen werden müssen, aber Denuwelaere erklärte, keinen Hinweise durch den Streckenposten bekommen zu haben. Als Wout van Aert seinen Sprint begann, sah sich Sven Nys durch Denuwelaere behindert und konnte nicht mehr um den Sieg mitsprinten. Der anschliessende Protest von Nys führte zwar zu einer Geldstrafe und der Disqualifikation für Denuwelaere, aber mit dem zehnten Sieg des belgischen Meisters wurde es in diesem Jahr nichts. Kevin Pauwels, der lange das Rennen mit gestaltet hatte, kam auf den dritten Platz. Es ist schade für Wout van Aert, dass sein erster Elite-Sieg bei einem absoluten Top Rennen von dem Fehlverhalten seines Teamkollegen überschattet ist.

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