Cylclocross Essen 2016

Direkt an der Grenze zu den Niederlanden gelegen ist der Cyclocross in Essen das nördlichste Rennen der belgischen Rennserien. Für alle niederländischen Fahrer und Fahrerinnen ist es damit auch ein extrem prestigeträchtiges Rennen, da zahlreiche Fans aus den benachbarten Städten anreisen.

Enttäuschung für Mathieu van der Poel

Der niederländische Meister Mathieu van der Poel hatte sich für diesen Tag nichts weniger als den Sieg vorgenommen. Nicht nur, dass zahlreiche niederländische Fans angereist waren, sein eigener Wohnort liegt auch nur wenige Kilometer entfernt von der Strecke in Essen. Doch bereits in der zweiten Runde ereilte das Pech in Form eines Reifenschadens Van der Poel und warf ihn deutlich zurück. An der Spitze des Rennens machte derweil der Weltmeister Wout van Aert mächtig Druck und riss das Feld schnell auseinander.

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Cyclocross Essen

Zunächst konnten noch Kevin Pauwels, Toon Aerts und Corne van Kessel mithalten, aber als Kevin Pauwels in der dritten Runde stürzte, war die Lücke zu Wout van Aert da, der das Rennen einsam als Solist zu Ende fuhr. Pauwels konnte sich zwar nach seinem Sturz wieder in die zweite Position bringen, vermochte aber zu keiner Zeit mehr die Lücke zu Van Aert zu schliessen.  Hinter Pauwels entwickelte sich noch ein spannender Kampf um den letzten Podiumsplatz. Am Ende kam es zu einem Sprint mit Tom Meeusen, Laurens Sweeck und Toon Aerts, das der Lokalmatador Tom Meeusen unter dem euphorischen Jubel seiner Fangemeinde für sich entscheiden konnte.

Cyclocross Essen

Mathieu van der Poel hatte nach seinem Defekt eine starke Aufholjagd gestartet, aber dann ereilte ihn das Pech erneut, diesmal in Form eines Kettenproblems. Durch die blockierte Kette kam er mit seiner Hüfte unsanft mit der Absperrung in Kontakt und damit war das Rennen für den Niederländer endgültig gelaufen. Mit Blick auf das nachfolgende Rennen in Overijse fuhr Van der Poel das Rennen nur noch mit angezogener Bremse zu Ende und verpasste damit eine Top-10 Platzierung.

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Sprintenscheidung bei den Damen

Auch bei den Damen machten sich zwei Niederländerinnen grosse Hoffnung auf den Sieg. Weltmeisterin Thalita de Jongh, die ebenfalls in unmittelbarer Nähe zu Essen wohnt, und die Führende des Weltcups Sophie de Boer wollten vor den Augen ihrer Fans triumphieren.

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Zunächst schien alles nach Plan zu laufen, Thalita de Jongh konnte das Startduell gewinnen und führte das Feld ins Gelände. Aber kaum dort angekommen, ereilte auch sie das Pech eines Reifenschadens.  Sofort übernahm ihre Landsfrau Sophie de Boer die Initiative und attackierte, konnte sich aber nicht entscheidend absetzen. Thalita de Jongh fiel nach ihrem Defekt auf den zehnten Rang zurück, konnte aber im Verlauf des Rennens wieder zu der fünfköpfigen Spitzengruppe mit Sophie de Boer, Sanne Cant, Maud Kaptheijns, Ellen van Loy und Laura Verdonschot aufschliessen. Es hatte den Anschein, als ob es zu einem finalen Massensprint dieser Spitzengruppe kommen sollte.

Doch bei der letzten Passage der Treppen vor dem Ziel kam Thalita de Jongh, die unmittelbar hinter Sanne Cant platziert war, nicht in ihre Pedale und verlor den Anschluss an Sanne Cant und Sophie de Boer. Was folgte, war ein enger Sprint zwischen den beiden Führenden, den Sanne Cant um Zentimeter vor ihrer niederländischen Konkurrentin gewann.

Die britische Meisterin Nikki Brammeier bestritt in Essen ihr erstes Rennen nach ihrem schweren Sturz bei der Europameisterschaft in Pontchâteau Anfang November. Brammeier zeigte eine starke Leistung und konnte mit einem neunten Platz gleich wieder ein Top 10-Ergebnis einfahren.

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In der U23-Kategorie liess Weltmeister Eli Iserbyt keinen Zweifel an seinem Siegeswillen aufkommen und übernahm von Anfang an die Führung. Europameister Quinten Hermans folgte dicht auf, konnte aber Iserbyt nie wirklich in Bedrängnis bringen. Der Tscheche Adam Toupalik komplettierte als Dritter das Podium der U23.

Bei den Junioren holte Jelle Camps einen klaren Solosieg vor Niels Vandeputte. Der Niederländer Ryan Kamp konnte nach starker Performance den letzten Podiumsplatz erringen.

 

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