Weltcup – Valkenburg 2014

Wie bereits in den vergangenen Jahren war es an Valkenburg aan de Geul, das Eröffnungsrennen des UCI Weltcup zu veranstalten. Strahlender Sonnenschein und sommerliche Temperaturen an diesem Oktoberwochenende ließen leichte Zweifel aufkommen, ob denn wirklich schon Cross-Saison sei. Doch die Strecke unterhalb des Casinos am legendären Cauberg bewies wieder einmal, dass sie eines Weltcups mehr als würdig sei.

Eröffnet wurde dieser Renntag mit dem Rennen der Junioren. Und wie schon in den vorangegangen Rennen dominierte Eli Iserbyt das Geschehen. Der belgische Meister setzte sich beinahe sofort vom restlichen Feld ab, und es war schnell klar, dass sich die restlichen Fahrer nur noch um die verbleibenden Podiumsplätze bewerben durften. Max Gulickx sicherte sich recht ungefährdet den zweiten Platz, und der Schweizer Meister Johan Jacob, der lange mit Gulickx gefahren war, verteidigte den dritten Platz gegen den stärker werdenden Thomas Bonnet.

Uphill wheelie of Johan Jacob

Mit Spannung wurde das Rennen in der U23-Kategorie erwartet. Mussten sich doch die besten Fahrer dieser Klasse zum ersten Mal mit dem niederländische Supertalent Mathieu van der Poel in ihrer eigenen Kategorie messen. Nach seinen Erfolgen in Gieten und Ronse war van der Poel der haushohe Favorit. Alles schien auch nach Plan zu laufen, als der niederländische Meister zur Hälfte der ersten Runde in Führung lag. Doch erstens kommte es anders als man zweitens meistens denkt. Vorjahressieger Michael Vanthourenhout war nicht gewillt des Rennen kampflos an Mathieu abzugeben, und so gingen die beiden Kopf an Kopf in die zweite Runde. Nach technischen Schwierigkeiten des Niederländers konnte sich Vanthourenhout absetzen und fuhr von nun an ein einsames Rennen. Van der Poel, der vielleicht seiner eigenen Nervosität zum Opfer fiel, musste dem hohen Anfangstempo Tribut zollen und landete am Ende erschöpft auf dem siebten Rang. So machte sich der Franzose Fabien Doubet auf die Jagd nach dem einsam Führenden. Weltmeister Wout van Aert war mässig ins Rennen gestartet und musste hart kämpfen, um den Anschluss an die Führenden zu finden. Und so dauerte es auch bis zur letzten Runde, bis der Weltmeister den zweitplatzierten Franzosen passieren konnte.

Hop weg met de fiets

Die zweite Hälfte des Renntages wurde durch das Rennen der Damen eröffnet. Mittlerweile ware die Temperaturen über die 20 Grad-Marke gestiegen und die Jury erlaubte die Annahme von Getränken im Materialdepot. Das Rennen der Damen begann mit einer Schweigeminute im Gedenken an Annefleur Kalvenhaar, die während der XCE Qualifikation beim Weltcup Rennen in Montafleur tödlich verunglück war.

Pavla Havlikova starte als Schnellste und führte das Feld ins Gelände, doch sie konnte sich nicht entscheidend absetzen und wurde schnell vom Feld wieder gestellt. So bildete sich dann eine Führungsgruppe mit Europameisterin Helen Wyman, der belgischen Meisterin Sanne Cant, der erneut stark fahrenden Sophie de Boer sowie den beiden Telenet-Fahrerinnen Ellen van Loy und Nikki Harris. Einzig die gerade aus den USA angekommene Favoritin Katie Compton fehlte. Die letzjährige Gesamtsiegerin des Weltcups war im Pulk stecken geblieben und fiel auf Grund von technischen Problemen zunächst auf einen Rückstand von gut dreissig Sekunden auf die Führenden zurück. Doch kein Grund zur Panik für die Amerikanerin. Beständig arbeitete sie sich nach vorne und schloss nach zwei Dritteln der Rennzeit zu der Führungsgruppe auf. Ohne lange zu warten fuhr sie weiter nach vorne und übernahm zwei Runden vor Schluss die Führung von Helen Wyman. Die amerikanische Meisterin ließ sich nun nicht mehr aufhalten, und so gewann Katie Compton dann auch mit klarem Vorsprung vor Helen Wyman. Sophie de Boer bewies erneut ihre exzellente Form und komplettierte das Podium.

Sophie de Boer and Nikki Harris struggle in the climb

Bei dem abschliessenden Elite Rennen war der Gesamtsieger des vorigen Jahres Lars van der Haar sicherlich der grösste Favorit. Hier vor seinem Heimpublikum wollte er natürlich seinen Vorjahreserfolg wiederholen. Als bekannt guter Starter übernahm er sofort die Führung und bog als erster ins Gelände ab. Ob des grossen Teilnehmerfeldes begann das Rennen ziemlich hektisch. Für den Amerikaner Jonathan Page war das Rennen praktisch schon gelaufen, als er sich im Gewühl das Schaltwerk abriss und eine Laufeinlage bis zur ersten Passage absolvieren musste. Derweil attackierte Lars van der Haar weiter und baute sofort seinen Vorsprung aus. Nach kurzer Zwischenpause, in der Kevin Pauwels und Tom Meeusen noch einmal zu dem niederländischen Meister aufschliessen konnten, beschleunigte van der Haar erneut. Diesmal konnte Kevin Pauwels als einziger folgen und die beiden setzten sich schnell vom Rest des Feldes ab. Als Pauwels sich dann in einer Spurrille verfing und kurz zu Boden ging, war Lars van der Haar wieder der alleinige Führende, und daran sollte sich auch bis zum Rennende nichts mehr ändern.

Hinter dem Amersfoorter entwickelte sich ein spannender Wettkampf um die verbleibenden Podiumsplätze. Nach seinem Sturz wurde Kevin Pauwels wieder von Tom Meeusen eingeholt. Dem Duo folgte mit kurzem Abstand Klaas Vantornout  und Philipp Walsleben. Der Belgier aus Torhout und die Postdamer konnten bald zu den beiden Verfolgern aufschliessen, und so wurde aus dem Verfolgerduo noch ein Quartett. Hinter dieseer Gruppe, die sich nun auf die Verfolgung des Führenden machten, fuhr mit wenigen Sekunden Abstand ein Duo der beiden Telenet-Fidea-Fahrern Thijs van Amerongen und Corne van Kessel stets in Sichtweite zu den vier vor ihnen Fahrenden, schafften es jedoch lange Zeit nicht, aufzuschliessen. Erst als das vorausfahrende Quartett ein wenig das Tempo rausnahm und begann, für die Schlussrunde zu taktieren, konnten die beiden aufschliessen. Während sich Kevin Pauwels noch einmal entscheidend absetzen konnte, enwickelte sich unter dem Rest ein erbitterter Kampf um den letzten Podiumsplatz. Am Ende konnte sich ein überglücklicher Corne van Kessel durchsetzen und erkämpfte den letzten Platz auf dem Treppchen.

Lars van der Haar impressive

Exhausted