Koppenbergcross 2014

Belgien ist bekanntermassen eine Hochburg des Radsports, hier werden so viele der traditionellen und grossen Rennen der Welt veranstaltet wie in kaum einem anderen Land der Erde. Aber wie immer gibt es innerhalb dieser Gruppen grosser Rennen noch einmal ein Rennen, das ganz besonders herausragt und wo schon so oft Radsportgeschichte geschrieben wurde.

Sowohl bei den Frühjahrsklassikern, wie auch in der Cross-Saison ist der Koppenberg der Schauplatz faszinierender Radsportereignisse. Bei der Ronde van Vlaanderen säumen abertausende Zuschauer die schmale Kopfsteinpflasterstrasse, auf der die Rennfahrer den Koppenberg erklimmen. Aber auch am 01. November pilgern wahre Heerscharen an sportbegeisterten Supportern auf den Koppenberg, um die Stars der Veldritsaison anzufeuern und beim Koppenbergcross einen weiteren Höhepunkt der Radsportjahres zu feiern.

In diesem Jahr war der Koppenbergcross der Auftakt zu einem Highlight-Wochenende, denn diesem Crossmonument sollte am Tag darauf mit dem Superprestige im limburgischen Zonhoven mit der berühmten Sandgrube „De Kuil“ ein weiteres absolutes Toprennen folgen.

Es war ein ereignisreicher Renntag, der bei schönstem Sonnenschein und fast 20 Grad am Samstagmorgen begann.

Bei den Nieuwelingen (U17) konnte sich der britische Meister Daniel Tulett in einem spannenden Wettstreit gegen Arno Debeir durchsetzen. Den dritten Platz belegte Yentl Bekaert.

Bei den Junioren sicherte sich der Schweizer Meister Johan Jacobs in Abwesenheit des diesjährigen Seriensiegers Eli Iserbyt die zweite Kopfsteintrophäe des Tages vor dem Franzosen Mehdy Henriet und Jens Dekker aus den Niederlanden.

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Es sollte bis zum Rennen der Beloften (U23) dauern, bis es einem belgischen Fahrer gelang, den obersten Podiumsplatz zu erreichen. Während Mathieu van der Poel dem Koppenberg fern blieb, und Wout van Aert bei der bpost bank trofee in der Eliteklasse startet, waren mit Vorjahresgewinner Laurens Sweeck und Europameister Michael Vanthourenhout zwei Belgier als Favoriten auf den Sieg am Start. Michael Vanthourenhout liess dann auch keinen Zweifel an seinen Ansprüchen auf den Sieg, setzte sich von Anfang an vom Feld ab und fuhr schnell eine klare Führung heraus, die er auch nicht mehr abgab. Laurens Sweeck sicherte sich den zweiten Platz. Toon Aerts komplettierte das erste komplett belgische Podium des Tages.

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Das Rennen der Damen wurde mit viel Aufmerksamkeit versehen, war es doch das erste Mal in der Geschichte des Damenradsports, das für ein Damenrennen Preisgelder in derselben Höhe wie für das Eliterennen ausgeschüttet wurden. Kris Auer von Twenty20 Cycling in den USA hatte es auf sich genommen, das Damenrennen so zu sponsern, dass dieses historische Ereignis möglich wurde. Das Rennen selber sah erneut eine Sophie de Boer in herausragender Form und ein spannendes Rennen über fünf Runden auf diesem so schweren Kurs. Jolien Verschueren fuhr erneut ein hevorragendes Rennen und belegte so den zweiten Rang vor Sanne Cant.

Koppenberg14-38Das Rennen der Elite sollte sich zu einem packenden Wettkampf zwischen einer ganzen Reihe von Fahrern entwickeln. Nach vielen Führungswechseln und unterschiedlichen Kopfgruppen kam es am Ende zum grossen Showdown zwischen dem King of Koppenberg Sven Nys, der dieses Rennen schon neun mal auf sein Palmares schreiben konnte, und dem jungen Prinzen Wout van Aert, der wieder einmal zeigte, welch grosser Crosser in ihm steckt. Doch leider sollte das Rennen durch einen anderen unrühmlichen Akt in die Geschichte eingehen, als Jan Denuwelaere von den beiden Spitzenreitern auf der Zielgrade überrundet wurde. Eigentlich hätte er aus dem Rennen genommen werden müssen, aber Denuwelaere erklärte, keinen Hinweise durch den Streckenposten bekommen zu haben. Als Wout van Aert seinen Sprint begann, sah sich Sven Nys durch Denuwelaere behindert und konnte nicht mehr um den Sieg mitsprinten. Der anschliessende Protest von Nys führte zwar zu einer Geldstrafe und der Disqualifikation für Denuwelaere, aber mit dem zehnten Sieg des belgischen Meisters wurde es in diesem Jahr nichts. Kevin Pauwels, der lange das Rennen mit gestaltet hatte, kam auf den dritten Platz. Es ist schade für Wout van Aert, dass sein erster Elite-Sieg bei einem absoluten Top Rennen von dem Fehlverhalten seines Teamkollegen überschattet ist.

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